Die Porsche-Aktie hat am Mittwoch nach dem Kapitalmarkttag zunächst kräftig zugelegt, anschließend aber ins Minus gedreht. Der Sportwagenbauer will das Umsatzwachstum künftig vor allem über Preise und einen profitableren Modellmix erzielen. Gleichzeitig sollen Investitionen und Ausgaben für Forschung und Entwicklung deutlich sinken.
- Porsche stellt sich auf einen China-Anteil von höchstens zehn Prozent ein.
- Wachstum soll vor allem über Preis und Modellmix kommen.
- Investitionen und F&E-Kosten werden deutlich reduziert.
Zu Handelsbeginn legten die Porsche-Papiere zeitweise mehr als fünf Prozent zu. Anschließend drehte die Aktie jedoch ins Minus. Die Aussagen des Managements zur künftigen Strategie überzeugen damit am Markt nicht nachhaltig.
China-Anteil wird deutlich kleiner
Besonders tiefgreifend ist der Strategiewechsel in China. Porsche-Chef Michael Leiters rechnet künftig nur noch mit einem Anteil von höchstens zehn Prozent des weltweiten Absatzes. Eine Rückkehr zu früheren Stückzahlen um jeden Preis sei weder realistisch noch im Interesse der Marke.
China war einst der wichtigste Einzelmarkt für Porsche. Im Spitzenjahr 2020 wurden fast 35 Prozent der Fahrzeuge dort verkauft. 2025 waren es noch knapp 15 Prozent. Absolut hat sich der Absatz seitdem mehr als halbiert.
Porsche will deshalb künftig stärker auf profitable Nischen setzen. Auch das Händlernetz wird deutlich verkleinert. Von einst mehr als 150 Verkaufsstellen sollen bis Jahresende nur noch rund 75 bis 80 übrig bleiben.
Mehr Umsatz trotz niedrigerer Stückzahlen
Beim Umsatz setzt Porsche ebenfalls auf einen Strategiewechsel. Das Wachstum soll nicht primär über steigende Absatzzahlen kommen. Stattdessen sollen höhere Preise und ein günstigerer Modellmix die Erlöse treiben.
Damit verabschiedet sich Porsche ein Stück weit vom früheren Volumenansatz. Der Sportwagenbauer will sich auf Segmente konzentrieren, in denen die Marke ihre Stärken und ihre Preissetzungsmacht ausspielen kann.
Gerade in China dürfte das entscheidend sein. Leiters sprach mit Blick auf den dortigen Markt von einem „selbstzerstörerischen Preiskampf“. Porsche will sich diesem Wettbewerb nicht über steigende Rabatte stellen.
Porsche kürzt bei Investitionen
Auf der Kostenseite geht Porsche ebenfalls auf die Bremse. Der Konzern will die Investitionsausgaben und die Kosten für Forschung und Entwicklung deutlich senken.
Damit sollen die Voraussetzungen für eine Verbesserung der Profitabilität geschaffen werden. Gleichzeitig will Porsche die Entwicklung der Barmittel stärken und damit auch die Ausschüttungsfähigkeit absichern.
Die US-Bank JPMorgan bestätigte am Mittwoch ihre Einstufung „Overweight“ mit einem Kursziel von 50 Euro. Analyst Jose M. Asumendi bewertet insbesondere die geplante Umsatzentwicklung über Preise und Modellmix positiv. Auch die erwartete Barmittelentwicklung könne die Aktionärsvergütung stützen.
Porsche zieht damit die Konsequenzen aus dem schwierigen Marktumfeld. Weniger Volumen in China, ein stärkerer Fokus auf profitable Modelle und niedrigere Kosten sollen die Grundlage für eine Erholung schaffen. Trotzdem drängt sich ein Kauf der Aktie weiterhin nicht auf.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Porsche AG, Porsche SE.
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