Cancom hat im abgelaufenen Jahr unter er Investitionszurückhaltung der Kunden angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheit, insbesondere im deutschen Kernmarkt, gelitten. Die zum Halbjahr gekappten Jahresprognosen für Umsatz und operativen Gewinn wurden aber erreicht. Für das noch junge Jahr stellt der IT-Dienstleister wieder Wachstums in Aussicht. Eine Bestandsaufnahme.
Cancom hat mit der Vorlage des Geschäftsberichts die bereits Mitte Februar vorgelegten Eckdaten für 2025 bestätigt. Dank einem starken Schlussquartal lag der Umsatz lag gut 1,7 Milliarden Euro und damit rund 1,5 Prozent unter dem Vorjahr. Das operative Ergebnis (EBITDA) sank um neun Prozent auf knapp 103 Millionen Euro. Daraus resultiert eine EBITDA-Marge von sechs Prozent. Unter dem Strich verdiente Cancom 28,5 Millionen Euro oder 0,92 Euro je Aktie.
Die Dividende soll stabil bei 1,00 Euro je Aktie bleiben. Aktuell ergibt sich daraus rechnerisch eine Dividendenrendite von 4,5 Prozent. Damit rangiert Cancom im oberen Bereich der TecDAX-Unternehmen. Ergänzend legt die Gesellschaft immer wieder Aktienrückkaufprogramme als weiteres Ausschüttungsinstrument auf.
Im laufenden Jahr will der Vorstand wieder den Vorwärtsgang einlegen. Der Umsatz soll auf 1,75 bis 1,85 Milliarden Euro steigen und das EBITDA auf 110 bis 130 Millionen Euro klettern. Der Gewinn je Aktie könnte wieder auf 1,20 Euro steigen. 2027 sind dann bei Erlösen von 1,91 Milliarden Euro mehr als 1,50 Euro je Aktie Gewinn zu Buche möglich.
Die Nachfrage nach Infrastrukturlösungen, Digitalisierung, KI-Transformation und digitaler Souveränität dürfte das Geschäft von Cancom stützen. Gleichzeitig zeichnen sich jedoch deutliche Preiserhöhungen sowie Unsicherheiten bei der Verfügbarkeit von IT-Komponenten ab, die die Geschäftsentwicklung negativ beeinflussen könnten.
„Die strukturellen Treiber der Digitalisierung bleiben stark: Unternehmen und öffentliche Institutionen investieren weiterhin in leistungsfähige, sichere und souveräne IT-Infrastrukturen sowie in die Nutzung von Artificial Intelligence“, sagt Vorstand Rüdiger Rath. „Mit unserer klaren strategischen Ausrichtung und unserem integrierten Portfolio sind wir hervorragend positioniert, diese Transformation unserer Kunden nachhaltig zu begleiten.“
Als Wettbewerbsvorteil hebt das Unternehmen seine engen und langjährigen Partnerschaften mit führenden Technologieanbietern hervor. Zudem wurden in einem schwierigen Marktumfeld erhebliche Anstrengungen unternommen, um die Kostenbasis zu verbessern. Ein steigender Anteil an Beratungsleistungen im Umsatzmix dürfte die Wertschöpfung verbessern und die operative Marge wieder in den höheren einstelligen Prozentbereich ansteigen lassen.
Ein Blick auf den Chart zeigt: Die Aktie pendelt seit Mitte 2022 in einer breiten Range zwischen 21 und 32 Euro seitwärts, konnte sich zuletzt losgelöst vom schwachen Markttrend wieder von der unteren Begrenzung absetzen. Erweist sich die operative Trendwende als nachhaltig, könnte die günstig bewerte Aktie bei einem entsprechenden Newsflow in den kommenden Wochen und Monaten wieder Kurs auf die obere Begrenzung der Seitwärtsrange nehmen.
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