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10.03.2022 Benjamin Heimlich

Peloton: Ist das die Rettung?

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Peloton

Neuer CEO, neuer Ansatz – Peloton startet in dieser Woche testweise ein neues Preismodell bei dem Kunden die Heimtrainer des Unternehmens nicht mehr kaufen müssen, sondern für eine monatliche Gebühr leihen. Die sonst kostenpflichtigen Kurse sind dann bereits enthalten. Es gibt allerdings Zweifel, ob der Schritt das Unternehmen in die gewünschte Richtung bringt.

Nach knapp einem Monat im Amt lässt Peloton-CEO Barry McCarthy von Freitag an ein neues Preismodell in den US-Bundesstaaten Texas, Florida, Minnesota und Denver testen. Für 60 bis 100 Dollar im Monat sollen Kunden ein Fahrrad oder Laufband des Unternehmens bekommen können. Im Preis inkludiert sind auch die verschiedenen digitalen Trainings, die normalerweise 12,99 beziehungsweise 39 Dollar monatlich kosten.

Der Clou: Kunden können die Geräte jederzeit zurückschicken, sind also nicht über eine Mindestvertragszeit oder ähnliches gebunden. Peloton will so testen, ob sich mit dem Modell neue Kunden gewinnen lassen, die den Service dauerhaft buchen.

Wohl auch aufgrund der hohen Anschaffungskosten für die Heimtrainer von nicht unter 1.495 Dollar hat das Unternehmen eine vergleichsweise niedrige Abwanderungsquote der Kunden von zuletzt 0,79 Prozent. BMO Capital Markets-Analyst Simeon Siegel sieht diese mit dem Testmodell in Gefahr. Er befürchtet, Peloton können zu einem Wintererlebnis für Kunden werden, die jedes Jahr ein Fahrrad für vier Monate mieten und es dann zurückgeben.

Darüber hinaus weckt die Preisgestaltung Zweifel. In den USA geben einer Umfrage zufolge 66 Prozent derjenigen, die Mitglied in einem Fitness-Studio sind, weniger als 70 Dollar im Monat dafür aus. Für diese – offensichtlich fintess-interessierte – Zielgruppe wäre das Peloton-Angebot aller Wahrscheinlichkeit uninteressant weil zu teuer.

Peloton (WKN: A2PR0M)

Dass aus dem Test die Rettung für Peloton hervorgeht, ist höchst zweifelhaft. Der Chart des einstigen Corona-Gewinners ist seit Monaten schwer angeschlagen. Am Donnerstag rutschte der Kurs weitere fünf Prozent auf 22,18 Dollar ab. DER AKTIONÄR bleibt an der Seitenlinie.

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