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PayPal: Strohfeuer schon jetzt verpufft?

PayPal: Strohfeuer schon jetzt verpufft?
Foto: ChatGPT
PayPal Holdings Inc. -%
Michael Herrmann Heute, 15:10 Michael Herrmann

Übernahmegerüchte haben der Aktie von PayPal in der vergangenen Woche einen Turbo verpasst. Vor allem Stripe wird als Käufer für den US-Bezahldienstleister heiß gehandelt. Doch zum Wochenstart ist von den Gewinnen nur noch ein Teil übrig. Ist die Erholung damit bereits wieder beendet?

Am Donnerstag standen bei PayPal zeitweise noch 41,05 Euro auf der Kurstafel, zum Wochenstart sind es nur noch rund 38 Euro. Ein Teil der spekulationsgetriebenen Gewinne ist damit bereits wieder dahin.

Auslöser der Rally waren Berichte, wonach mehrere Interessenten ein Auge auf PayPal geworfen haben sollen. Besonders für Aufsehen sorgt ein Hinweis aus dem Hause Bernstein: Demnach soll der Fintech-Riese Stripe vorläufiges Interesse an einer Übernahme von PayPal oder zumindest an attraktiven Unternehmensteilen signalisiert haben.

Bernstein argumentiert, dass bei Kursen um 40 Dollar ein „Bewertungs-Unlock“ nahezu unvermeidlich gewesen sei. Trotz operativer Schwächen an der Börse verfügt PayPal über strategisch wertvolle Assets.

Dazu zählt vor allem Venmo mit 67 Millionen Nutzern und starker Verankerung in der Generation Z. Hinzu kommt Braintree, das einen erheblichen Teil des globalen E-Commerce-Zahlungsverkehrs abwickelt. Diese „Waterfront-Properties“ machen PayPal aus Sicht potenzieller Käufer hochattraktiv.

Strategisch wäre ein Zusammenschluss mit Stripe durchaus schlüssig. Stripe gilt als Goldstandard im Backend – also bei der technischen Infrastruktur für Händler. PayPal dominiert dagegen das Frontend mit 231 Millionen aktiven Nutzern und rund 50 Prozent Marktanteil im Bereich digitaler Wallets.

Ein kombinierter Konzern würde praktisch die gesamte Wertschöpfungskette im Onlinehandel kontrollieren: vom Bezahlbutton bis zur Zahlungsabwicklung im Hintergrund. Zudem entstünde erhebliche Verhandlungsmacht gegenüber Banken und Kreditkartennetzwerken – mit entsprechendem Einsparpotenzial bei Gebühren.

Allerdings wäre ein solcher Deal alles andere als ein Selbstläufer. Wettbewerbshüter in den USA und Europa dürften eine Transaktion dieser Größenordnung intensiv prüfen. Die geballte Kontrolle über Transaktionsdaten und Zahlungsströme wäre kartellrechtlich hochsensibel.

Zudem unterscheiden sich die technologischen Plattformen deutlich: Während Stripe als modern und entwicklerfreundlich gilt, arbeitet PayPal teils noch mit gewachsenen Altsystemen. Eine Integration wäre komplex und dürfte Jahre dauern.

PayPal (WKN: A14R7U)

Ob Stripe – oder ein anderer potenzieller Bieter – tatsächlich Ernst macht, bleibt offen. Klar ist: Das plötzliche Interesse namhafter Branchenplayer unterstreicht, dass PayPal auf dem aktuellen Bewertungsniveau attraktiv ist. Aber: Das Gerüchte-Feuerwerk kann auch schnell wieder gelöscht werden. Charttechnisch steht die Erholung ebenfalls weiter auf wackeligen Beinen. Alles in allem kreisen weiterhin zu viele Unsicherheitsfaktoren um PayPal, als dass ein Neueinstieg derzeit sinnvoll erscheint.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: PayPal.

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