Der Poker um PayPal geht in die nächste Runde. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters hält der Verwaltungsrat des Zahlungsdienstleisters das Übernahmeangebot von Stripe und Advent International über rund 53 Milliarden Dollar offenbar für unzureichend. Er stellt sich demnach mehr als die 60,50 Dollar je Aktie vor.
Kurz und knapp
• PayPal-Board offenbar mit 60,50 Dollar je Aktie unzufrieden.
• Spiegelt das langfristige Potenzial von PayPal nicht vollständig wider.
• Der Verwaltungsrat prüft das Angebot sowie mögliche weitere Interessenten und plant zusätzliche Treffen.
Stripe und die Beteiligungsgesellschaft Advent International bieten übereinstimmenden Insiderberichten zufolge 60,50 Dollar je PayPal-Aktie. Das entspricht zwar einem deutlichen Aufschlag auf das Kursniveau vor Bekanntwerden der Offerte. Die Unternehmensführung ist damit aber offenbar nicht zufrieden.
Wie Reuters berichtet, bildet der Preis nach der vorläufigen Einschätzung der Konzernführung nicht das volle Wertpotenzial ab, das PayPal bei einer erfolgreichen Umsetzung seiner Sanierungs- und Wachstumsstrategie in den kommenden Jahren heben könnte. Reuters beruft sich dabei auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.
Eine offizielle Antwort auf die Offerte hat PayPal dem Bericht zufolge noch nicht abgegeben. Der Verwaltungsrat prüft demnach nicht nur das Angebot selbst, sondern auch die Möglichkeit weiterer Interessenten. Zusätzliche Sitzungen seien geplant.
Neben dem Preis spielen offenbar weitere Faktoren eine wichtige Rolle. Dazu zählen die Verlässlichkeit der Finanzierung, potenzielle regulatorische Hürden sowie der Zeitraum bis zu einem möglichen Abschluss.
Ein Zusammenschluss von Stripe und PayPal dürfte nicht zuletzt die Kartellbehörden auf den Plan rufen: Beide Unternehmen zählen im digitalen Zahlungsverkehr zu den bedeutenden Akteuren.
Für PayPal-Aktionäre ist die neue Lage positiv. Die Ablehnung des kolportierten Preises als zu niedrig könnte den Druck auf Stripe und Advent erhöhen, ein verbessertes Angebot vorzulegen. Genau darauf setzte unter anderem auch der prominente PayPal-Investor Michael Burry. Er hat 60,50 Dollar je Aktie bereits öffentlich als zu niedrig bezeichnet und für PayPal einen deutlich höheren fairen Wert angesetzt (siehe hier).
Die PayPal-Aktie legte am Donnerstag um rund zwei Prozent auf 56,73 Dollar zu. Damit notiert sie weiter unter dem berichteten Angebotspreis – ein Hinweis darauf, dass der Markt weder einen sicheren Abschluss noch eine deutliche Nachbesserung einpreist.
Die Berichte stärken die Hoffnung auf einen höheren Preis. DER AKTIONÄR hat bereits gestern einen passenden Call für eine taktische Spekulation auf PayPal vorgestellt (siehe hier). Steigt PayPal bis zum kolportierten Angebotspreis von 60,50 Dollar, winkt bei ihm ein Plus von rund 40 Prozent. Wird das Angebot sogar nachgebessert und der Kurs steigt noch höher, wäre sogar noch mehr drin.
Heute, 08:41
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