Während der NASDAQ 100 heute verliert, geht die Aktie des Zahlungsdienstleisters PayPal durch die Decke. Zweistellige Kursgewinne katapultieren die Papiere an die Spitze des Technologieindexes. Denn Gerüchte um eine Übernahme, die es bereits vor Monaten gab, bekommen nun neue Nahrung.
Kurz und knapp
• Stripe und Advent International sollen ein gemeinsames Gebot für PayPal in Höhe von 60,50 US-Dollar je Aktie planen.
• Die Übernahmegerüchte treiben die PayPal-Aktie zweistellig nach oben und an die Spitze des NASDAQ 100.
• Analysten sehen weiteres Potenzial für ein höheres Angebot, während PayPal operativ weiterhin unter Druck steht.
Laut einem Bericht des Wall Street Journals haben sich der Konkurrent Stripe und die Private-Equity-Gesellschaft Advent International für ein Gebot zusammengeschlossen, das PayPal mit 60,50 US-Dollar je Aktie bewerten würde. Das entspricht einem Aufschlag auf den gestrigen Schlusskurs von satten 28 Prozent.
Aktionäre des Zahlungsdienstleistungs-Dinos dürfte das freuen, denn auf Sicht von einem Jahr hatte die Aktie 35 Prozent verloren. Bereits im Februar dieses Jahres gab es erste Gerüchte über ein Interesse von Stripe an PayPal. Danach wurde es aber ruhig um eine mögliche Transaktion. Wall-Street-Analysten erklärten damals jedoch, dass die Größe des Unternehmens und seine vielen unterschiedlichen Geschäftsbereiche einen Verkauf des gesamten Konzerns schwierig machten.
Laut Wall Street Journal planen Stripe und Advent, PayPal gemeinsam über gleich große Beteiligungen zu besitzen, anstatt das Unternehmen zu zerschlagen. Die zuletzt gemeldete Bewertung von Stripe lag bei 159 Milliarden US-Dollar.
Allerdings steht das Markenkassen-Geschäft von PayPal unter Druck, das Händlern über die Plattform des Unternehmens bei der Umwandlung von Verkäufen hilft. Dies trug im Mai zu enttäuschend aufgenommenen Quartalszahlen bei.
Sanjay Sakhrani, Analyst bei Keefe, Bruyette & Woods, sagte gegenüber Bloomberg: „Die Nachricht stützt unsere Ansicht, dass die PayPal-Aktie inzwischen zu günstig ist, um sie zu ignorieren. Allerdings bleibt abzuwarten, wie Management und Board zu einem Verkauf auf dem implizierten Bewertungsniveau stehen.“
Das Gebot von Stripe für PayPal könnte Raum für ein höheres Angebot lassen, ergänzt Diksha Gera, Analystin bei Bloomberg Intelligence. „Für Stripe wäre das weniger eine klassische Technologie-Übernahme als vielmehr ein Zugriff auf Vertrieb und Reichweite: Die Händler- und Entwickler-Infrastruktur von Stripe würde mit PayPals Verbraucher-Wallet, Venmo und seinem zweiseitigen Netzwerk mit 439 Millionen Konten kombiniert.“
Mit einem Plus von derzeit mehr als 15 Prozent legt die PayPal-Aktie nach den Übernahmegerüchten so stark zu wie noch nie. Im immer wettbewerbsintensiveren Zahlungsdienstleistungsgeschäft könnte eine Übernahme für Aktionäre ein guter Ausweg sein. Aus charttechnischer Sicht war die Meldung ebenfalls wichtig, denn die 200-Tage-Linie bei 52,67 Dollar ist nun gefallen. Die Aktie ist keine laufende Empfehlung.
FAQs zu PayPal
Was macht PayPal?
PayPal ist ein US-Zahlungsdienstleister, über den Verbraucher und Händler digital Geld senden, empfangen und Online-Zahlungen abwickeln können.
Womit verdient PayPal sein Geld?
PayPal erzielt seine Erlöse vor allem mit Gebühren für Zahlungsabwicklungen. Einnahmen kommen unter anderem aus dem Online-Checkout, Händlerlösungen, Venmo sowie weiteren Finanz- und Mehrwertdiensten.
Warum steht die PayPal-Aktie unter Druck?
Die Aktie leidet unter schwächerem Wachstum, hohem Wettbewerbsdruck und einem Vertrauensverlust an den Märkten. Neue Vorstöße von Konkurrenten im Payment-Markt sorgen für zusätzlichen Gegenwind.
Heute, 17:48
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