20.05.2020 Fabian Strebin

Paukenschlag bei der Deutschen Bank: Weimer wird es nicht

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Deutsche Bank

Im Jahr 2022 geht der umstrittene Aufsichtsratschef der Deutschen Bank Paul Achleitner. Seit Monaten läuft hinter den Kulissen die Suche nach einem Nachfolger. Der schien nun gefunden. Doch bei der gestrigen Hauptversammlung der Deutschen Börse winkt er ab und erklärt, dass er „derzeit“ nicht zur Verfügung stehe.

Theodor Weimer soll heute in den Aufsichtsrat der Deutschen Bank gewählt werden. Nach Spekulationen hätte er dann in zwei Jahren den Aufsichtsratschef Achleitner ablösen sollen. Doch Weimer erklärte gestern, dass er derzeit plane, seinen Vertrag als CEO der Deutschen Börse bis zum Ende der regulären Vertragslaufzeit erfüllen zu wollen. Das wäre dann 2024. Die Arbeit bei der Börse bereite ihm große Freude.

Kategorisch ausschließen wollte Weimer einen vorzeitigen Abschied jedoch auch nicht. „Ich bin lange genug im Geschäft, um zu wissen, dass die Ausübung des Amtes nicht nur von mir, sondern auch von anderen Faktoren abhängt, wie Erfolg, einem glücklichen Händchen, der Zustimmung zu meiner Arbeit und dergleichen mehr.“

Für die Deutsche Bank fällt somit vorerst ein sehr qualifizierter Anwärter für das höchste Amt weg. Die Suche fängt nun wieder von vorne an. Gelingt es der Bank schnell einen geeigneten anderen Kandidaten zu präsentieren, dann würde das wieder zur Beruhigung der Marktteilnehmer beitragen. Denn am Ende geht es im Banking immer um Vertrauen.

Deutsche Bank (WKN: 514000)

Die Deutsche Bank hält heute ihre virtuelle Hauptversammlung ab. Dabei dürfte es neben der Entlastung des Vorstands auch und vorallem um die Corona-Krise gehen. Im ersten Quartal ist die Bank im Gegensatz zu vielen Mitbewerbern gut durch das schwierige Marktumfeld gekommen. Doch das muss nicht so bleiben. Abzuwarten bleibt, ob die Aktie an die Gewinne der vergangenen Tage anknüpfen kann.