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Palantir‑Chef Karp: Dafür werden sie büßen

Palantir‑Chef Karp: Dafür werden sie büßen
Foto: Andrew Gombert/dpa/picture alliance
Palantir Technologies Inc - %
Jan-Paul Fóri Heute, 09:20 ‧ Jan-Paul Fóri
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Palantir hat im dritten Quartal erneut kräftig geliefert. Der Datenanalyse-Spezialist übertraf die Erwartungen der Analysten bei Umsatz und Gewinn deutlich und hob seine Jahresziele kräftig an. Doch nicht nur die Zahlen sorgten gestern Gesprächsstoff. In seinen Schlussworten richtete CEO Alex Karp eine ungewöhnlich deutliche Botschaft an die Aktionäre – und vor allem an die Kritiker des Unternehmens.

Zunächst richtete Karp den Blick auf jene Anleger, die Palantir schon früh unterstützt hatten. „Viele von ihnen haben ihr eigenes Geld investiert und würden normalerweise als Privatanleger bezeichnet werden. Viele haben zuletzt erneut in uns investiert“, sagte der CEO. Diesen Rückhalt habe das Unternehmen nicht vergessen.

Anschließend schlug Karp die Brücke zur sogenannten „Sovereign Revolution“. Der Begriff steht für Palantirs Anspruch, Staaten und Unternehmen durch eigene Dateninfrastruktur und Künstliche Intelligenz technologisch unabhängiger zu machen. Sie sollen weniger auf externe Anbieter angewiesen sein und die Kontrolle über ihre wichtigsten Daten und Prozesse behalten. Karp übertrug diese Idee auf die Beziehung zu den Aktionären: Auch sie seien Teil dieser Entwicklung und könnten mit Palantir ihren eigenen Vermögensaufbau vorantreiben.

„Die Tatsache, dass wir euch helfen konnten und ihr uns auf eurem eigenen Weg zum Vermögensaufbau und auf unserer Reise geholfen habt, ist etwas, das wir niemals vergessen werden“, erklärte Karp. Besonders dankbar sei er dafür, dass die Anleger das Unternehmen gegen Angriffe verteidigt hätten. Diese sähen inzwischen „absurd dumm und böswillig“ aus.

Karp will es den Kritikern heimzahlen

Dann wurde der Palantir-Chef noch deutlicher. Es sei ein Teil seiner Motivation, dafür zu sorgen, dass das Unternehmen für seine Aktionäre kämpfe. Und er schob eine bemerkenswerte Aussage hinterher: „Ganz offen gesagt möchte ich sicherstellen, dass diejenigen, die sich über euch und uns lustig gemacht haben, dafür leiden müssen.“

Karp sei stolz darauf und dankbar, die Anleger an der Seite des Unternehmens zu wissen. Es waren ungewöhnlich persönliche Schlussworte eines CEOs, der damit nicht nur seinen Aktionären den Rücken stärkte, sondern auch alte Rechnungen mit den Kritikern aufmachte.

Starke Zahlen

Die operative Entwicklung liefert ihm derzeit reichlich Argumente. Im dritten Quartal stieg der Umsatz auf 2,31 Milliarden Dollar, wie DER AKTIONÄR berichtete. Besonders das US-Geschäft mit Unternehmenskunden entwickelte sich dynamisch und übertraf erstmals die Regierungsumsätze. Die bereinigte operative Marge erreichte starke 62 Prozent.

Auch beim Ausblick legte Palantir nach: Für das Gesamtjahr erwartet das Management inzwischen rund 8,53 Milliarden Dollar Umsatz statt der zuvor prognostizierten 8,15 bis 8,16 Milliarden Dollar. Für das vierte Quartal liegt die Umsatzprognose mit 2,65 Milliarden Dollar ebenfalls deutlich über den Analystenschätzungen.

Palantir Technologies (WKN: A2QA4J)

Palantir liefert – und Karp lässt keinen Zweifel daran, für wen. Trotzdem hat die Aktie im zuletzt für Techaktien schwachen Marktumfeld nachbörslich um drei Prozent nachgegeben. Anleger bleiben vorerst an der Seitenlinie und warten eine Bodenbildung ab.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Palantir Technologies.

Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Palantir Technologies.

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