Die Rohölpreise sind am Mittwoch kräftig abgesackt. US-Vizepräsident JD Vance machte zuvor den Krieg gegen den Iran für die Niederlage der Republikaner bei den Zwischenwahlen verantwortlich. Die Reaktion an den Rohstoffmärkten folgte prompt.
Der Preis für die US-Leitsorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um sieben Prozent auf 89,40 Dollar je Barrel. Damit rutschte die Notierung erstmals seit Wochen wieder unter die Marke von 90 Dollar. Die internationale Referenzsorte Brent verbilligte sich um fast acht Prozent auf 95,41 Dollar.
Politischer Druck auf Trump wächst
Der Grund: Bei den Kongresswahlen sicherten sich die Demokraten die Mehrheit im Repräsentantenhaus und im Senat. Die Opposition verfügt nun über ein starkes Hebelprodukt, um Präsident Donald Trump zu einem Ende des unpopulären Militäreinsatzes zu drängen. Der Konflikt hatte Benzin und Diesel in den vergangenen Monaten spürbar verteuert.
Entsprechend deutlich fielen die Reaktionen aus dem Weißen Haus aus. „Der Grund, warum wir verloren haben, ist der Krieg“, schrieb Vance auf einer Social-Media-Plattform. Viele Wähler hätten den Republikanern deshalb den Rücken gekehrt. Auch Trump selbst habe dies intern eingeräumt.
Markt setzt auf Diplomatie
Während der Ölpreis im Oktober aus Sorge vor einer Eskalation noch um mehr als zehn Prozent zulegte, dreht sich die Stimmung nun komplett. Trump erklärte gegenüber der Financial Times, er plane derzeit keine neuen Angriffe auf iranische Ziele. Gleichzeitig signalisierten ranghohe Vertreter aus Washington und Teheran ihre Bereitschaft zu Verhandlungen. Der seit acht Monaten andauernde Konflikt belastet die globalen Energiemärkte schwer.
Die Händler an den Terminbörsen preisen die militärische Risikoprämie nun zügig aus. Die Erwartung einer diplomatischen Lösung überwiegt am Markt derzeit die Furcht vor neuen Lieferausfällen.
Das Wahlergebnis in Washington nimmt den Kriegstreibern den Wind aus den Segeln. Die Aussicht auf ein Ende der Kämpfe im Nahen Osten drückt den Ölpreis wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 90 Dollar. Hält die diplomatische Annäherung zwischen den USA und dem Iran an, dürfte sich die Entspannung an den Zapfsäulen in den kommenden Wochen fortsetzen.
Heute, 20:06
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