09.06.2017 Marion Schlegel

Novartis: Dividendengarant mit Produktoffensive

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Novartis
Trendthema

Die Meldungen reißen derzeit beim Schweizer Pharmakonzern Novartis nicht ab. Zuletzt hat Novartis vielversprechende Studiendaten zu seinem Produktkandidaten AMG 334 (Erenumab) zur Behandlung von Migräne veröffentlicht. Der Wirkstoff habe in einem klinischen Test seine Sicherheit und Effizienz bei Patienten bewiesen, welche vier oder mehr Migräne-Tage im Monat verzeichneten, teilt Novartis am Donnerstagabend mit. Auch bei Patienten mit 15 oder mehr Migräne-Tagen, also mit einer chronischen Migräne, welche gleichzeitig in der jüngsten Vergangenheit sehr viele Mittel gegen die Krankheit genommen hätten, habe das Mittel gewirkt.

Einen Tag zuvor meldeten die Schweizer überzeugende Ergebnisse beim Produktkandidaten CTL019 (Tisagenlecleuzel) zur Behandlung von Blutkrebs. Wie Novartis mitteilte, hätten nach drei Monaten 45 Prozent der Patienten mit diffusem, großzelligen B-Cell-Lymphom (DLBCL) auf die Behandlung angesprochen. Die "overall response rate" (ORR) liegt damit bei 45 Prozent. 37 Prozent der Patienten zeigten eine so genannte "complete response" (CR) und wiesen damit nach drei Monaten und auch über diesen Zeitraum hinaus keine Krankheitssymptome mehr auf. Novartis bezeichnet die ORR in dieser frühen Analyse als „beeindruckend“. Die vollständigen Daten der Studie sollen noch im Laufe dieses Jahres präsentiert werden. Diese sollen dann die Grundlage für Zulassungsanträge in den USA und Europa darstellen.

Novartis hatte vor einigen Tagen angekündigt, ab dem kommenden Jahr auf den Wachstumspfad zurückkehren zu wollen. Das Unternehmen betonte, derzeit bis zu zwölf potenzielle Blockbusterkandidaten in den fortgeschrittenen Studien zu haben. Bis 2020 will Novartis in den USA und Europa insgesamt bis zu 40 Zulassungsanträge stellen.

Die Aktie von Novartis war im Mai auf ein neues Jahreshoch gestiegen, zuletzt setzte eine leichte Konsolidierung ein. Wichtig ist nun aus kurzfristiger Sicht, dass das Ausbruchsniveau im Bereich von 78 Schweizer Franken verteidigt werden kann. Die nächste größere Hürde wartet in Form des 52-Wochen-Hochs bei 82,80 Franken. Anleger lassen die Gewinne weiter laufen. Besonderes Bonbon ist zudem die gute Dividendenausschüttung. Derzeit beläuft sich die Rendite auf 3,5 Prozent.