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22.12.2020 Maximilian Völkl

Nordex: Die 5 wichtigsten Fragen für 2021

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Nordex

Der Turbinenbauer Nordex hat trotz Pandemie ein starkes Börsenjahr hingelegt. Angesichts der ambitionierten Klimaziele weltweit und mit der Amtsübernahme von Joe Biden als US-Präsident verspricht das Jahr 2021 für Erneuerbare Energien ebenfalls viel. DER AKTIONÄR beantwortet die 5 wichtigsten Fragen bei Nordex.

Bleibt die Auftragslage gut?

Seit Monaten meldet Nordex zahlreiche neue Aufträge. Alleine im dritten Quartal wurden Anlagen mit einer Gesamtleistung von 1,23 Gigawatt bestellt – nach neun Monaten sind es 3,76 Gigawatt. "Trotz einzelner Verzögerungen durch die Corona-Pandemie bleibt die Nachfrage - auch mit Blick auf den Rest des Jahres – gut“, sagte Vertriebsvorstand Patxi Landa. Das gilt auch für 2021. Windkraft bleibt en vogue. Anleger müssen sich hier keine Sorgen machen.

Gelingt endlich der Turnaround?

Nordex schreibt auch 2020 tiefrote Zahlen. Für das kommende Jahr rechnen Analysten unter dem Strich mit einem kleinen Verlust von 2,6 Millionen Euro. Erst 2022 soll der Sprung in die schwarzen Zahlen gelingen, dann wird bereits ein Plus von 88,0 Millionen Euro erwartet. Das passt auch zu den ambitionierten Zielen des Konzerns mit einer deutlich höheren operativen Marge bis 2022.

Warum soll die Marge tatsächlich steigen?

Nordex hat die wenig lukrativen Altaufträge zunehmend abgearbeitet. Die neue Delta4000-Generation ist deutlich profitabler und macht inzwischen bereits 81 Prozent der Neuaufträge aus. Es sollte eine Frage der Zeit sein, bis sich der neue Produktmix auch positiv in den Margen widerspiegelt.

Ist die Bilanz stark genug, falls sich die Trendwende weiter verzögert?

Nach der überraschenden Kapitalerhöhung zuletzt sollte Nordex die Nerven der Anleger nicht noch einmal überstrapazieren. Bereits im vergangenen Jahr gab es eine Kapitalerhöhung, der RWE-Deal hat rund 400 Millionen Euro in die Kassen gespült und ein Staatskredit gibt ebenfalls Sicherheit. Die Bilanz ist solide. Weitere Kapitalmaßnahmen wären eine herbe Enttäuschung.

Hat die Bewertung noch Luft nach oben?

Nordex kommt derzeit auch ein KUV für 2021 von 0,5 Die Wettbewerber Vestas und Siemens Gamesa liegen bei 2,4 respektive 1,8. Klar ist, dass Nordex derzeit bei der Marge hinterherhinkt und ein Abschlag deshalb gerechtfertigt ist. Gelingt aber der anvisierte Turnaround, hat die Aktie noch viel Luft nach oben.

Nordex (WKN: A0D655)

Nordex bleibt die spekulative Alternative in der Windbranche. Die guten Aussichten und der sich verbessernde Produktmix versprechen aber viel Fantasie. Deutlich höhere Kurse sind möglich. Gewinne laufen lassen!