21.07.2015 Thomas Bergmann

Neue Dividendenperlen (HOT-Stock_Der Aktionär 29/15)

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Trendthema

Nahezu unbemerkt vom breiten Anlegerpublikum hat sich die Publity AG Anfang April auf dem Kurszettel listen lassen. Das Grundkapital belief sich auf fünf Millionen Aktien, der erste Kurs auf 28,50 Euro. Seit der Notierungsaufnahme im Entry Standard ist noch nicht viel passiert, doch dank der Dividendenfantasie könnte sich dies eher früher als später ändern. Doch zunächst zum Geschäft.

Ein Haufen Erfahrung
Publity ist seit 15 Jahren auf dem gewerblichen Immobilienmarkt aktiv. Die Firma erwirbt notleidende Darlehen (NPL) und Immobilien aus Notsituationen für selbst entwickelte Wertpapiere (Fonds), die von privaten und institutio­nellen Anlegern finanziert werden. In den vergangenen Jahren verwaltete Publity NPLs und Immobilien im Volumen von mehr als vier Milliarden Euro und kaufte 543 Immobilien, von denen 520 nach einer durchschnittlichen Haltefrist von 16 Monaten mit einer durchschnittlichen Wertsteigerung von 27 Prozent wieder verkauft wurden.
Publity profitiert dabei vom Netzwerk des Konzernchefs Thomas Olek, der zwischen 1998 und 2002 als Berater der SachsenLB tätig war und so Zugang zu den Workout-Abteilungen der Banken erhielt. Zudem war Olek, der 72 Prozent an der Firma hält, lange Jahre Mitglied im Bankenverband. Ein weiteres Asset der Gesellschaft ist die extrem hohe Transaktionsgeschwindigkeit: Innerhalb weniger Wochen können Immobiliendeals abgeschlossen werden, zudem zahlt die Gesellschaft immer sofort und, auch wichtig, ausschließlich mit Cash. So sind attraktive Ankaufrenditen möglich, die laut Vorstand Olek zwischen 6,5 und 9,5 Prozent liegen.

Neue Triebfeder
Mit dem Brot- und Buttergeschäft verdiente Publity etwa vier Millionen Euro pro Jahr, vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Da dieses Business aber wenig Steigerungspotenzial hatte, haben Olek und sein Team 2014 ein zweites Standbein aufgebaut: Co-Investments. Publity beteiligt sich hierbei mit einem geringen Prozentsatz am Erwerb der Objekte und übernimmt dann das umfassende Asset-Management der Immobilien. Die Einnahmen resultieren aus einer Abschlussprovision (o,5 bis 1,0 Prozent), einer Asset-Management-Gebühr (o,5 bis 0,6 Prozent pro Jahr) und einer attraktiven Gewinnbeteiligung (circa 20 Prozent) bei der Veräußerung von Immobilien.
Mit einem amerikanischen Hedgefonds wurde 2014 ein erstes Joint Venture mit einem Volumen von 300 Millionen Euro gegründet. Zwischenzeitlich wurde das Ziel des Investors sogar auf eine Millarde Euro angehoben. Zudem ist sich Publity mit einem weiteren Hedgefonds einig, der über die nächsten fünf Jahre einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag investieren will.

Explosionsartige Gewinnentwicklung
Analyst und Immobilienexperte Andre Remke von Baader sieht im Joint-Venture-Geschäft erhebliches Gewinnpotenzial. Er schätzt, dass die Umsätze zwischen 2015 und 2017 von circa zehn Millionen Euro auf 52 Millionen Euro steigen, der Reingewinn im gleichen Zeitraum von 2,8 auf 30 Millionen Euro explodiert. Dies erlaube es dem Unternehmen, eine höchst attraktive Dividende pro Aktie auszuschütten. Nachdem Publity in den letzten drei Jahren immer 56 Cent pro Aktie ausschüttete, rechnet Remke für 2015 mit einer Dividende von etwa zwei Euro. Die sollte dann bis 2017 auf rund vier Euro klettern, was auf dem aktuellen Kursniveau einer Dividendenrendite von 14 Prozent entspricht.
Remke kommt in seiner Erststudie auf eine Bewertungsspanne zwischen 211 und 308 Millionen Euro. Bei 5,5 Millionen Aktien – es gab zwischenzeitlich eine zehnprozentige Kapitalerhöhung – entspricht dies einem Kursziel zwischen 37,80 Euro und 56,50 Euro. Im besten Fall könnte sich die Aktie somit verdoppeln.

Volle Pipeline
Voraussetzungen für eine solche Bewertung seien aber, so Remke, „Ankäufe für das erste Joint Venture, weitere Aufträge im institutionellen Geschäft und der Beweis einer Veräußerungserfolgs­geschichte bei größeren Portfolios.“ Laut Vorstand Olek ist man auf einem guten Weg: „Publity befindet sich in exklusiven Verhandlungen über den Ankauf von Objekten im Wert von 800 Millionen Euro.“ Bis Ende September sollen die Verträge unter Dach und Fach gebracht sein. Für das Jahresende 2015 ist die Milliarde „ein klar gestecktes Ziel“, so der Konzernchef.

Limitiert kaufen!
Publity verfügt über einen beeindruckenden Track Record. Olek und seiner Mannschaft ist es daher zuzutrauen, die neue Strategie erfolgreich umzusetzen, die Gewinne erheblich zu steigern und somit nachhaltig hohe Dividenden auszuschütten. Wegen der geringen Liquidität sollten Aufträge streng limitiert werden.


Unser Buchtipp des Tages: Dividende!

Autor: Michael Herrmann
ISBN: 9783864702129
Seiten: 176
Erscheinungsdatum: 01.10.2014
Verlag: Börsenbuchverlag
Art: gebunden

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Wenn es von der Bank kaum Zinsen gibt, droht Sparern die schleichende Enteignung. Immer mehr Menschen entdecken als Alternative die ­Geldanlage in Substanzaktien mit hohen Dividenden. Börsenjournalist Michael Herrmann zeigt, wie das geht. Im Sparen sind die Deutschen Weltmeister. Schließlich muss man für die Rente vorsorgen – das hat mittlerweile jeder verstanden. Denn auf den Staat ist in Sachen Rente kein Verlass. Doch klassische Lösungen wie Festgeld, Sparbuch und Co werfen mickrige Zinsen ab. Sicher ist dabei nur noch eines: die schleichende Enteignung durch Inflation. Doch Vermögensaufbau ist auch heute kein Hexenwerk – wenn Sparer ihre Angst vor Aktien überwinden. Was viele übersehen: Wie bei Immobilien, Anleihen oder Sparbüchern gibt es auch bei Aktien regelmäßige „Zinsen“: die Dividenden. Und schon mit ein paar einfachen Kniffen finden selbst Einsteiger schnell die richtigen Dividenden-Aktien oder den richtigen Dividenden-Fonds – und damit eine attraktive Geld­anlage und Altersvorsorge. Dieses Buch führt Einsteiger Schritt für Schritt an das Thema heran, erklärt Begriffe und Strategien und zeigt, wie jeder mit Dividenden-­Aktien erfolgreich sein kann.