21.05.2019 Jochen Kauper

Neubewertungspotenzial für die VW-Aktie!

-%
Volkswagen
Trendthema

VW-Chef Herbert Diess treibt mit aller Macht und Konsequenz den Konzernumbau voran. ER setzt auf Kooperation mit Amazon, Baidu, Siemens und SK Innovation. Ganz im Gegensatz zu Daimler und BMW, die wichtige Zeit verstreichen lassen. Kein Wunder, dass die Analysten gegenüber der VW-Aktie zunehmend optimistischer werden…

VW-Chef Herbert Diess hat eine Herkulesaufgabe vor sich. Auf der einen Seite will und muss Diess Kosten sparen, auf der anderen Seite braucht der VW-Chef zig Milliarden für den Konzernumbau. VW will sich einen grünen Anstrich verpassen und steckt in den nächsten fünf Jahren über 44 Milliarden Euro in den Aufbau der Elektroflotte.

Erst vor wenigen Tagen hat VW den ersten Elektroflitzer, den ID.3 ins Rennen geschickt. Die Nachfrage war enorm.

Diess scheut sich nicht davor, große Tech-Firmen wie zum Beispiel Amazon oder Baidu mit ins Boot zu holen. Amazon wird mit seinen Cloud-Lösungen die Produktion effizienter machen und mit Baidu forscht VW an selbstfahrenden Autos.

Eigene Batterieproduktion

Auf der Hautversammlung fügte Herbert Diess noch ein entscheidendes Puzzleteil hinzu: Zusammen mit Northvolt wird VW eine eigene Batterieproduktion hochziehen. Damit könnte man die starke Abhängigkeit von CATL, Samsung SDI und LG Chem zumindest etwas verringern.

Kein Wunder, dass die Analysten zunehmend optimistischer für die VW-Aktie werden. Max Warburton vom US-Analysehaus Bernstein Research sieht ein Kursziel von 220 Euro. Auch Frank Schwope von der Nord LB sieht Potenzial für VW. 175 Euro seien drin.

Auch die Schweizer Bank Credit Suisse hat die Einstufung für VW-Aktie in einer Studie auf "Outperform" mit einem Kursziel von 201 Euro belassen. Die Wolfsburger meinten es ernst mit der Portfolio-Optimierung, schrieb Analyst Max Yates in Anspielung auf den "größten Schritt", den geplanten Börsengang der Lkw-Tochter Traton. VW habe wohl das höchste Neubewertungspotenzial in der Branche.

VW erfindet sich neu

Die VW-Aktie kämpft im Moment mit der wichtigen 200-Tage-Linie. Sollte diese als Unterstützung bei 146,20 Euro nachhaltig fallen, könnte die VW-Aktie bis auf 138,00 Euro durchrutschen. Aktuell sind dennoch bereits erste vorsichtige Käufe vertretbar.

Der Umbau hin zu neuen Antriebsformen und neuen Mobilitätsdienste ist kein Sprint, sondern eher ein Marathonlauf. Ein langer Atem ist bei den Autowerten gefragt.