Anleger-Lieblinge im Check - was taugen sie?
29.02.2020 Marion Schlegel

Nach Horrorwoche: Dow Jones dämmt Verlust ein, Nasdaq 100 schafft kleines Plus – US-Notenbank will eingreifen, aber reicht das?

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DowJones

Die Wall Street hat am Freitag dank geldpolitischer Unterstützungssignale im Fall einer Zuspitzung der Viruskrise ihre heftigen Tagesverluste eingedämmt. Anleger hoffen nun auf eine baldige Leitzinssenkung. Der technologielastigen Nasdaq-Börse gelang sogar der Sprung zurück in die Gewinnzone. Der Dow Jones Industrial, der zeitweise deutlich unter 25.000 Punkte gefallen war, schloss mit einem Minus von 1,39 Prozent auf 25.409,36 Punkte. Dennoch ging für das wichtige Börsenbarometer mit einem Wochenverlust von 12,4 Prozent eine der schlimmsten Handelswochen seit Jahren zu Ende. Noch markanter waren die Einbußen zuletzt nur während der Finanzmarktkrise im Oktober 2008. Auf Vierwochensicht sieht es kaum besser aus: Mit minus 10 Prozent hat der Dow den verlustreichsten Monat seit genau elf Jahren hinter sich.

DowJones (ISIN: DE000DB2KFA7)

Der S&P 500 verlor am Freitag 0,82 Prozent auf 2.954,22 Punkte, nachdem es im Tagesverlauf auch für den marktbreiten Index zeitweise um mehr als 3 Prozent abwärts gegangen war. Der Nasdaq 100 schaffte am Tagesende sogar ein Plus von 0,30 Prozent auf 8.461,83 Zähler.

Die US-Notenbank (Fed) will auf mögliche Risiken der Virus-Epidemie – falls nötig – mit geeigneten Maßnahmen reagieren. Die amerikanische Wirtschaft sei fundamental weiterhin stark, sagte Notenbank-Präsident Jerome Powell. Dennoch stelle das neuartige Coronavirus ein sich entwickelndes Risiko für die wirtschaftliche Aktivität in den USA dar. Die Federal Reserve (Fed) beobachte die Entwicklungen und ihre Auswirkungen auf die künftige konjunkturelle Lage genau. "Wir werden unsere Werkzeuge nutzen und angemessen handeln, um die Wirtschaft zu unterstützen", sagte Powell.

Nasdaq 100 (ISIN: DE000DB2KFB5)

Hauptrisiko für eine Fortsetzung der Börsentalfahrt weltweit sei in der neuen Handelswoche nun eine neue "Welle an Infektionsfällen in Europa außerhalb Italiens oder in den USA", sagte Analyst Neik Wilson von Markets.com. Die Weltgesundheitsorganisation hatte angesichts der wachsenden Zahl von Fällen mit dem neuartigen Coronavirus am Freitag das Risiko einer weltweiten Verbreitung von "hoch" auf "sehr hoch" gesetzt.

(Mit Material von dpa-AFX)