Die Bedrohung durch Cyberkriminalität wächst rasant und rückt damit auch den Rückversicherer Munich Re verstärkt in den Fokus. Immer häufiger treffen hochprofessionelle Angriffe Unternehmen, Behörden und ganze Volkswirtschaften – mit teils enormen finanziellen Folgen. Das müssen Anleger des Rückversicherers dazu wissen.
Bis zum Jahr 2028 könnten sich die weltweiten Schäden durch Cyberangriffe laut Munich Re auf rund 14 Billionen US-Dollar summieren. Das wäre mehr als die kombinierte Wirtschaftsleistung von Deutschland, Japan und Indien.
Besonders dynamisch entwickelt sich der Bereich Ransomware. Die Zahl öffentlich erfasster Angriffe ist laut Munich Re im vergangenen Jahr um fast 50 Prozent gestiegen – und auch im Jahr 2026 setzt sich diese Entwicklung ungebremst fort. Unternehmen, Behörden und ganze Volkswirtschaften geraten zunehmend unter Druck.
Die Experten des Rückversicherers beobachten einen strukturellen Wandel: Cyberkriminalität entwickelt sich zu einer hochorganisierten, arbeitsteiligen Branche. Der Einstieg wird einfacher, da weniger technisches Know-how und Kapital nötig sind.
Ransomware-Angriffe gelten als besonders lukrativ. Kriminelle Netzwerke bieten mittlerweile komplette Baukastensysteme an – inklusive Geldwäsche-Tools, Marketingstrukturen und sogar „Kundensupport“ für Opfer. Nach der Zerschlagung großer Gruppen sind viele kleinere, schwerer zu verfolgende Einheiten entstanden. Das erhöht die Zahl der Angriffe und sorgt für stärkere Schwankungen im Schadenverlauf.
Hinzu kommt die technologische Aufrüstung der Angreifer. Deepfakes, Stimmenklone und synthetische Identitäten werden zunehmend eingesetzt, um Sicherheitsmechanismen zu umgehen. Betroffen sind nahezu alle Branchen – besonders häufig jedoch staatliche Einrichtungen sowie Industrie- und Technologieunternehmen.
Für Munich Re ergibt sich daraus ein zweischneidiges Bild: Einerseits wächst der Bedarf an Cyberversicherungen und damit das Prämienpotenzial. Andererseits steigen auch die Risiken durch schwer kalkulierbare Großschäden und eine zunehmende Volatilität.
Unter dem Strich dürfte Munich Re eher ein Profiteur des strukturell wachsenden Cybermarkts sein, sofern der Konzern die steigenden Risiken im Griff behält. Die starke Marktstellung, die Preissetzungsmacht und die professionelle Risikopolitik sprechen weiterhin für den Titel. Anleger halten daher weiter an der Aktie fest.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Munich Re.
Heute, 15:16