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Minus 21 Prozent: KI macht Duolingo platt

Minus 21 Prozent: KI macht Duolingo platt
Foto: Duolingo
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Jan-Paul Fóri Heute, 09:54 Jan-Paul Fóri

Duolingo liefert – und wird trotzdem abgestraft. Auf den ersten Blick liest sich das vierte Quartal 2025 wie ein weiteres Erfolgskapitel der Sprachlern-App. Doch obwohl Umsatz und Gewinn je Aktie über den Erwartungen lagen, crashte die Aktie nachbörslich. Grund dafür ist der zunehmende Konkurrenzdruck. 

Das Unternehmen verzeichnete im abgelaufenen Quartal einen Umsatz von rund 283 Millionen Dollar und schlug damit die Analystenschätzung von 276 Millionen Dollar klar. Auch beim Gewinn je Aktie schnitt Duolingo mit 0,84 Dollar leicht besser als die erwarteten 0,83 Dollar ab. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum lag das Umsatzwachstum bei 35 Prozent, der Gewinn je Aktie zog um 170 Prozent an. 

Zudem knackte Duolingo den Meilenstein von 50 Millionen aktiven Nutzern und auch bei den wichtigen Bookings stand erstmalig ein neunstelliger Wert. „Wir haben das Jahr 2025 mit starkem Momentum abgeschlossen, die Marke von 50 Millionen täglich aktiven Nutzern überschritten und erstmals mehr als eine Milliarde Dollar an Buchungen erzielt“, sagte Luis von Ahn, Mitgründer und CEO von Duolingo.

KI-Sorgen belasten

Doch am Horizont ziehen dunkle Wolken auf: „Gleichzeitig verändern Fortschritte im Bereich Künstliche Intelligenz grundlegend, wie Menschen lernen, und wir glauben, dass dies ein entscheidender Moment für unser Unternehmen ist. Im Jahr 2026 setzen wir bewusst Prioritäten bei Nutzerwachstum und besserer Lehre. Wir werden uns darauf konzentrieren, das kostenlose Lernerlebnis zu verbessern, um die Mund-zu-Mund-Propaganda zu stärken und unsere nächsten Wachstumstreiber wie Schach, Mathematik und Musik zu fördern, auch wenn dies das kurzfristige Finanzwachstum dämpft.“

Duolingo ist also bereit, Einbußen beim Umsatz- und Gewinnwachstum hinzunehmen, um die Kundenbasis zu vergrößern. Diese Strategie kommt am Markt gar nicht gut an: Für das erste Quartal 2026 stellt das Management Buchungen von rund 302 Millionen Dollar in Aussicht. Die Analysten hatten im Schnitt mit 330 Millionen Dollar gerechnet. 

Auch für das Gesamtjahr liegt die Prognose mit 1,27 bis 1,30 Milliarden Dollar klar unter den bisherigen Markterwartungen von 1,39 Milliarden Dollar. Beim Umsatz rechnet das Unternehmen 2026 mit 1,20 bis 1,22 Milliarden Dollar, ebenfalls unter den bislang erwarteten 1,26 Milliarden Dollar.

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Google bläst zum Angriff

Hinzu kommt ein weiteres Bedrohungsszenario. Die Konkurrenz schläft nicht, vor allem nicht Google. Unter dem Dach von Google Labs testet Alphabet aktuell KI-gestützte Sprachtools, die nicht auf Kurse, Kapitel oder Level setzen, sondern auf unmittelbare Anwendbarkeit.

Das Prinzip ist radikal anders: Der Nutzer formuliert bei Googles „Little Language Lessons“ ein konkretes Ziel, etwa ein Verkaufsgespräch in Tokio oder eine Präsentation vor französischen Investoren, und erhält in Sekunden eine maßgeschneiderte Lerneinheit. Fachvokabular, typische Redewendungen, kulturelle Hinweise. Keine vorgegebene Lernkurve, kein Punktesystem, kein täglicher Druck.

Besonders brisant wird es durch die Einbindung in bestehende Google-Produkte. Über Kamera-Funktionen lassen sich Objekte im Alltag direkt übersetzen und erklären. Im Browser oder in Maps können kontextbezogene Sprachhilfen eingeblendet werden. Sprache wird damit nicht mehr isoliert in einer App trainiert, sondern als Funktion in den digitalen Alltag integriert.

Genau hier liegt die strategische Gefahr für Duolingo. Das bisherige Erfolgsmodell basiert stark auf Gamification, Streaks und Motivation durch Wettbewerb. Google hingegen setzt auf unmittelbaren Nutzen. Wer eine konkrete Situation meistern will, bekommt eine Lösung in Echtzeit, ohne vorher wochenlang unnütze Vokabeln lernen zu müssen.

Duolingo (WKN: A3CWBB)

Der Crash bei Duolingo verdeutlicht: Die KI-Sorgen sind real. Anleger greifen nicht in das fallende Messer und machen einen großen Bogen um die Aktie. Welche Papiere dagegen jetzt ein Kauf sind, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe. Diese finden Sie hier.

DER AKTIONÄR 10/2026
Quelle: Börsenmedien AG

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