Der Speicherspezialist Micron erlitt am Donnerstag einen heftigen Rückschlag. Die Aktie verlor über 17 Prozent und schloss bei 656,39 Dollar, minus 138,84 Dollar gegenüber dem Vortag. Das Papier gehörte damit zu den schlechtesten Werten des Tages im technologielastigen Nasdaq 100. Nur Sandisk, Astera Labs und Lumentum Holdings mussten noch größere Verluste verkraften.
Der Kursrutsch fügte sich in einen breiten Ausverkauf bei Halbleitern und KI-Werten ein. Belastend wirkten Sorgen, dass politische Prüfungen den Ausbau von Rechenzentren und Infrastrukturinvestitionen bremsen könnten. Hinzu kam eine Meldung, wonach Micron den Bau seiner geplanten Fabrik in Taoyuan wegen eines anhaltenden Arbeitskonflikts vorerst ausgesetzt hat.
Micron legt seine Pläne für eine neue Fabrik in Taiwan vorerst auf Eis. Auslöser ist ein anhaltender Arbeitskonflikt, wie Bloomberg unter Berufung auf Eingeweihte meldet. In Taoyuan wird weitgehend nicht mehr gebaut. Geplant waren dort Hochleistungsspeicher (HBM) und DRAM, gefertigt mit Anlagen von ASML (ASML). Das Projekt war mit 3 bis 4,5 Milliarden Dollar kalkuliert und sollte 2028 starten.
Brisant, weil Micron im Rennen gegen Samsung Electronics, SK Hynix und den chinesischen Rivalen CXMT ohnehin Boden gutmachen muss. Taoyuan gehört zum Standort Taiwan, in den Micron seit drei Jahrzehnten rund 50 Milliarden Dollar investiert hat. Eine längere Verzögerung könnte die Expansion bremsen.
Hintergrund sind Lohnforderungen der Belegschaft, während der KI-Boom Rekordgewinne bringt. Einige Beschäftigte stellen die im Oktober mit einer großen Gewerkschaft erzielte Einigung infrage, Gespräche könnten nötig werden.
Die Aktie von Micron hat im Zuge des jüngsten Kursrutsches ein neues Mehrmonatstief ausgebildet. Auch die 200-Tage-Linie wurde gerissen. Anleger warten eine Beruhigung ab.
Heute, 07:36
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