Kommentar: Rekord-Crash bei Chipaktien. Ist das die Chance des Jahres oder der Startschuss für eine Jahrhundertkorrektur? Jetzt sind Erfahrung und besonnenes Vorgehen wichtig. So würde wohl eine große Börsenlegende agieren.
André Kostolany beobachtete bereits den Börsencrash im Jahr 1929 und war 1998 in einer NDR-Talkshow der Einzige, der inmitten der Euphorie der neuen Internetfirmen vor dem „Betrug“ warnte, wenn an sich gute Unternehmen zu extrem überteuerten Preisen an die Börse gebracht werden würden. Geglaubt hatte ihm keiner. „Ein Schande, wie Konstolany damals als seniler Opa dargestellt wurde“, kommentierte ein Zuseher.
Gibt es Parallelen zur heutigen Zeit? Darüber habe ich mich gerade mit einem Börsenkenner unterhalten, der Kostolany noch persönlich getroffen hatte. Die jahrzehntelange Erfahrung und das „Gefühl“ für besondere Börsensituationen sind unbezahlbar – siehe auch sein Eindruck bei einer besonderen HV, nachzulesen im neuen Report 39/2026.
Was würde Kostolany selbst zum aktuellen KI-Hype sagen? Die KI tippt: „Meine Herren, ich zweifle nicht daran, dass Künstliche Intelligenz die Welt verändern wird. Aber die Börse verändert sich nicht. Die Dummheit der Menschen bleibt dieselbe. Eine gute Idee ist bei zu hohen Aktienpreisen noch lange kein gutes Investment.“
Video for today https://t.co/4gJcGU0fAu
— Joe Weisenthal (@TheStalwart) November 5, 2026
Die Vorteile der KI sind real
Klar ist: Die Bewertungen von OpenAI und Anthropic schienen zuletzt klar überzogen. Aber: Die heutigen KI-Unternehmen haben oft reale Produkte, eine enorme Kundennachfrage, signifikante Umsätze und eine Technologie, die in vielen Bereichen wirtschaftlich produktiv eingesetzt wird. Zum Vergleich: Im Jahr 2000 wurden auch Firmen gehypt, die nur aus einer vielversprechenden Internetadresse und einer Wachstumspräsentation bestanden. Aber wie bereits am Montag im AKTIONÄR TV ("Der KI-Turm fällt") besprochen: An der Börse ist und war alles denkbar. 1.000-Prozent-Überraschungen nach oben wie bei Nvidia sind möglich. In Extremphasen wie zur Jahrtausendwende sind aber selbst starke Firmen wie Amazon um über 90 Prozent gefallen.
Trump: Der Wind dreht
Die News der Woche: Trump verliert an Macht, und die Demokraten könnten KI- und Chipprojekte ausbremsen. Sind die Billionen-Pläne seitens OpenAI und Anthropic zu viel des Guten? Citrini Research sagte, dass der Gipfel der KI-Infrastruktur-Investments erreicht sein könnte. Der Wind dreht – auch wegen der Wahlniederlage. Dr. Zitelmann: „Gute Sachen“ wie Deregulierung und Steuersenkungen wurden durch den „Murks“ der Zollpolitik überschattet. Zudem geht den Amerikanern Trumps Setzen auf KI-Start-ups zu weit. Auch Firmen denken um. Apple hat nun einigen Mitarbeitern das tägliche Budget für KI-Frontier-Modelle von 300 auf 200 Dollar gekürzt.
Top of the Democratic agenda on day 1 needs to be a pause on advanced AI development, regulation of this out of control industry, and a ban on artificial superintelligence.
— Congresswoman Yassamin Ansari (@RepYassAnsari) November 4, 2026
(Dieser Kommentar ist im AKTIONÄR Hot Stock Report 39/2026 erschienen und aktualisiert)
Überliefert ist folgende, tatsächlich getätigte Aussage von Kostolany: „Wenn sich die Fakten ändern, muss man seine Meinung ändern.“ Damit hat er völlig recht. Plötzlich wird ein KI-Energieengpass – relevant für Energieaktien – weniger brisant, aber die Chancen auf ein Comeback von Solaraktien steigen durch die neue Macht der Demokraten. Zudem steigen Value-Aktien aus dem Pharmasektor – insbesondere, wenn Robotik und KI für Margenfantasie sorgen. Wir kaufen daher eine neue Aktie ins Depot 2030.
Cash is King: 40-Prozent-Barquote
Das Depot 2030 hatte bereits Teilgewinne mitgenommen – beispielsweise 29 der 34 stark gestiegenen At&S-Aktien rechtzeitig verkauft - und setzt aktuell mit einer Barquote von 40 Prozent darauf, geduldig Chancen wahrzunehmen.
Niedrige Kurse sind auch eine Chance
Grundsätzlich gewinnen, wie erhofft, die Anwender der KI. Auch Chipkunden wie Xiaomi und chinesische Plattformen sehen Licht am Ende des Tunnels. Es ist definitiv eine knifflige, volatile Phase. Auch wenn es kurzfristig wehtut – wir reagieren beherzt auf die neue Situation, begrenzen Verluste, ergreifen aber auch Chancen und hören vor allem mit gespitzten Ohren auf die Tipps alter, weiser Börsenlegenden. Gerade jetzt! Krisen sind auf lange Sicht enorme Chancen für Contrarian-Anleger, weswegen wir jetzt eine KI-Aktie nachkaufen.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia, SpaceX.
Heute, 12:27
Bei Google bevorzugen