Der Facebook- und Instagram-Konzern steigert den Quartalsumsatz um 26 Prozent auf 64,6 Milliarden Dollar und lag damit über den Prognosen. Eine Rückstellung von knapp zehn Milliarden Dollar für einen Rechtsvergleich belastet jedoch das ausgewiesene Ergebnis. Für Anleger rücken nun der Ausblick, die KI-Investitionen und die Frage nach deren Rendite in den Vordergrund.
Meta hat im dritten Quartal 2026 mehr umgesetzt als von Analysten erwartet. Die Erlöse stiegen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 26 Prozent auf 64,6 Milliarden Dollar. Die Wall Street erwartete rund 63,3 Milliarden Dollar.
Der wichtigste Wachstumsmotor blieb die Werbung. Die Werbeerlöse legten um 26 Prozent auf 63,1 Milliarden Dollar zu. Die Anzeigenpreise stiegen um 14 Prozent und übertrafen damit die Erwartung von 11,2 Prozent. Weniger stark entwickelte sich die Zahl der ausgelieferten Anzeigen: Die Impressionen nahmen um 10 Prozent zu, während der Konsens mit 12,3 Prozent gerechnet hatte.
Die Zahl der täglich aktiven Nutzer über Facebook, Instagram, WhatsApp und weitere Meta-Dienste hinweg lag im September bei durchschnittlich 3,64 Milliarden. Das blieb leicht hinter den zuvor erwarteten 3,66 Milliarden zurück.
Beim Gewinn ist entscheidend, ob der einmalige Rechtsaufwand berücksichtigt wird. Meta verbuchte im Quartal 9,89 Milliarden Dollar im Zusammenhang mit einer Vereinbarung mit US-Bundesstaaten zu Verfahren rund um die psychische Gesundheit von Jugendlichen und soziale Medien. Dadurch sank das ausgewiesene operative Ergebnis auf 12,99 Milliarden Dollar, nach 20,54 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal. Ohne diese Rückstellung hätte das operative Ergebnis laut Meta 22,88 Milliarden Dollar betragen – mehr als die zuvor erwarteten 20,28 Milliarden Dollar. Auch der ausgewiesene Gewinn je Aktie von 3,83 Dollar ist durch den Aufwand belastet. Meta beziffert den Gewinn je Aktie ohne die Rückstellung auf 7,40 Dollar.
Für das vierte Quartal stellt Meta einen Umsatz von 73 bis 76 Milliarden Dollar in Aussicht. Der Mittelwert von 74,5 Milliarden Dollar liegt über der vorherigen Analystenerwartung von rund 73,57 Milliarden Dollar. Das spricht für anhaltende Dynamik im Werbegeschäft.
Die Investitionsprognose für 2026 wurde auf 135 bis 145 Milliarden Dollar festgelegt.
Die Erwartungen lagen bei 140 Milliarden Dollar. Für 2027 nannte Meta noch keine konkrete Investitionssumme, kündigte aber an, weiter aggressiv in das Kerngeschäft und neue KI-Angebote zu investieren.
Das Management erklärte, KI-Investitionen würden bereits zusätzliche Werbeerlöse ermöglichen – durch höhere Interaktion, bessere Empfehlungen und eine effizientere Monetarisierung. Neue Produkte wie Muse und Muse Wonder sollen langfristig weitere Erlösquellen erschließen. Meta räumt jedoch ein, dass diese neuen Investitionen länger brauchen werden, um sich auszuzahlen.
Meta übertraf die Umsatzerwartungen und lieferte mit der Prognose für das vierte Quartal einen positiven Ausblick. Das Werbegeschäft bleibt robust, während höhere Anzeigenpreise das schwächere Wachstum der Impressionen mehr als ausglichen. Der ausgewiesene Gewinn und die operative Marge wurden durch die Rechtsrückstellung stark gedrückt. Ohne diesen Einmaleffekt lag das operative Ergebnis über der Analystenerwartung.
Für die Börse bleibt damit die zentrale Frage: Kann Meta die hohen Ausgaben für Rechenzentren und KI dauerhaft in weiteres Werbewachstum und neue Erlöse umwandeln? Die aktuellen Zahlen zeigen, dass KI bereits das Kerngeschäft unterstützt. Ob Muse und andere KI-Produkte zusätzlich zu einem bedeutenden Umsatz- und Gewinnmotor werden, muss Meta erst noch beweisen.
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