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Megatrend Folger: Alphabet – KI sollte Google schwächen, jetzt stärkt sie die Suche

Megatrend Folger: Alphabet – KI sollte Google schwächen, jetzt stärkt sie die Suche
Foto: Shutterstock
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Stefan Sommer Heute, 08:08 Stefan Sommer
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Zwei Jahre lang lautete die Bären-These an der Wall Street: Generative KI werde Googles Suchgeschäft angreifen, Werbeerlöse kannibalisieren und die klassische Websuche Stück für Stück verdrängen. Doch eine aktuelle Evercore-ISI-Umfrage von Analyst Mark Mahaney zeichnet ein anderes Bild. KI schwächt Google nicht – sie kann die Nutzung der Suche sogar erhöhen.

  • 78 Prozent der Befragten nennen Google weiterhin als primäre Suchmaschine.
  • 60 Prozent der Nutzer suchen seit der Verwendung generativer KI sogar mehr.
  • Gemini hat den Abstand zu ChatGPT bei KI-Diensten auf nur noch drei Prozentpunkte verringert.
  • Evercore ISI hob das Kursziel für Alphabet von 420 auf 450 Dollar an.

Das ist ein wichtiger Stimmungswechsel. Die Sorge, ChatGPT könne Google schnell aus dem Suchmarkt drängen, verliert an Kraft. Stattdessen zeigt sich: Google bleibt für viele Nutzer die zentrale Anlaufstelle im Internet – gerade bei kommerziell wertvollen Suchanfragen.

Die Google-Suche bleibt die erste Adresse

Laut Evercore-ISI-Umfrage wählen 78 Prozent der Befragten Google als ihre primäre Suchmaschine. Damit hat sich Googles Position nach einer Schwächephase in den Jahren 2024 und Anfang 2025 wieder gefestigt. Damals war der Wert laut Evercore zeitweise auf rund 70 Prozent gefallen.

Besonders wichtig ist die Qualität der Nutzung. Google bleibt bei kommerziell attraktiven Suchanfragen stark – etwa bei Reisen, Hotels, Restaurants, lokalen Dienstleistungen oder Kaufentscheidungen. Genau diese Bereiche sind für Werbekunden besonders wertvoll, weil Nutzer dort eine konkrete Absicht haben.

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KI bringt mehr Suchvolumen statt weniger

Der entscheidende Punkt der Umfrage: Generative KI führt offenbar nicht automatisch zu weniger Google-Nutzung. Im Gegenteil. 60 Prozent der Befragten gaben an, seit der Nutzung generativer KI mehr Suchanfragen zu stellen. Nur acht Prozent suchen weniger.

Das ist für Alphabet zentral. Wenn KI die Suche nicht ersetzt, sondern ergänzt, verändert sich die Story. Dann wird künstliche Intelligenz nicht zur Bedrohung, sondern zum zusätzlichen Frequenztreiber. AI Overviews und Gemini können Nutzer tiefer in das Google-Ökosystem ziehen und neue Suchanlässe schaffen

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Quelle: Boersenmedien AG

Gemini holt gegenüber ChatGPT auf

Auch im direkten Vergleich der KI-Dienste verbessert sich die Ausgangslage. Evercore zufolge hat Gemini den Abstand zu ChatGPT auf ein Rekordtief von nur drei Prozentpunkten verringert. Laut der Analyse-Plattform TipRanks lag ChatGPT in der Auswahl bei 58 Prozent, Gemini bei 55 Prozent.

Damit zeigt Alphabet, dass es im KI-Wettlauf nicht abgehängt ist. Der Konzern verfügt über enorme Reichweite über Search, Android, YouTube, Gmail, Google Cloud und Gemini. Wenn KI-Funktionen in diese Produkte eingebettet werden, kann Alphabet Nutzer erreichen, ohne sie erst teuer neu gewinnen zu müssen.

Kursziel steigt auf 450 Dollar

Für Evercore-Analyst Mark Mahaney waren die Umfrageergebnisse ein klarer Grund, optimistischer auf Alphabet zu blicken. Er hob das Kursziel für die Aktie von 420 auf 450 Dollar an und bestätigte seine positive Einschätzung. Vom aktuellen Kursniveau entspricht das einem Potenzial von über 30 Prozent.

Wichtig ist dabei: Die Kurszielanhebung basiert nicht nur auf KI-Fantasie. Sie stützt sich vor allem auf die Stabilisierung des Kerngeschäfts Search und die sichtbare Verbesserung von Gemini gegenüber ChatGPT.

Mehr als nur Google-Suche

Alphabet bleibt aber nicht allein von der Suche abhängig. YouTube, Google Cloud, Android, Gemini und Waymo erweitern die Plattform. Besonders die Cloud-Sparte wird im KI-Zeitalter wichtiger, weil Unternehmen Rechenleistung, Dateninfrastruktur und KI-Modelle zunehmend aus einer Hand beziehen wollen.

Die eigentliche Stärke liegt im Zusammenspiel. Alphabet kontrolliert Suchzugang, Werbeinfrastruktur, Videoplattform, Betriebssystem, Cloud und KI-Modellwelt. Das macht den Konzern schwer angreifbar.

Die Bären-These verliert an Kraft

Die Evercore-Daten zeigen: KI zerstört Google nicht. Nutzer suchen weiterhin vor allem über Google, stellen durch KI sogar mehr Suchanfragen, und Gemini holt gegenüber ChatGPT auf. Damit dreht sich die Debatte. Aus der befürchteten Kannibalisierung kann für Alphabet ein zusätzlicher Wachstumstreiber werden.

Für den Megatrend Folger bleibt Alphabet ein zentraler Plattformwert der digitalen Wirtschaft. Die Aktie bildet ein starkes Basisinvestment, während ein Optionsschein auf Alphabet noch mehr Schwung bietet. Entscheidend bleibt: Google ist kein kurzfristiger Hype, sondern das Tor zum weltweiten Wissen – und KI könnte diese Stellung weiter festigen.

Zum Optionsschein auf Alphabet

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Quelle: BMAG

Hinweis auf Interessenkonflikte:

Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Alphabet.

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