Bei Delivery Hero hat die bevorstehende Übernahme durch Uber die nächste wichtigen Hürde genommen. Vorstand und Aufsichtsrat des Berliner Essenslieferdienstes unterstützen das Angebot des US-Konzerns und empfehlen den Aktionären die Annahme. Die Tage für die Aktie von Delivery Hero sind damit gezählt.
- Delivery Hero bewertet die Offerte in Höhe von 41,50 Euro je Aktie als fair und angemessen.
- Uber hat sich mit 53 Prozent der Anteile bereits eine Mehrheit an Delivery Hero gesichert.
- Die Annahmefrist läuft noch bis zum 5. November. Der Abschluss des Deals soll 2027 erfolgen.
Der Kaufpreis von 41,50 Euro je Delivery-Hero-Aktie entspricht laut Unternehmen einer Prämie von rund 35 Prozent auf den Dreimonatsdurchschnittskurs vor Bekanntgabe der Übernahmeabsicht von Uber Mitte Juli. Die Annahmefrist läuft seit dem 27. August und endet am 5. November.
Uber baut Marktposition aus
Mit der Übernahme steigt Uber zum weltweit größten Essenslieferdienst außerhalb Chinas auf. Um mögliche kartellrechtliche Bedenken auszuräumen, wird Delivery Hero sein Geschäft in 14 Ländern gleichzeitig an den New Yorker Finanzinvestor SSW Partners verkaufen. Auch für den Standort Deutschland gibt es Zusagen. Uber will den Sitz von Delivery Hero in Berlin mindestens bis 2029 erhalten und die dortige Belegschaft stabil halten. Zudem sollen bis zu zwei Milliarden Euro in Deutschland investiert werden.
Bieterwettkampf unwahrscheinlich
Für Aktionäre ist ein Übernahmekampf kaum noch zu erwarten. Uber hat sich bereits rund 53 Prozent der Delivery-Hero-Aktien gesichert. Neben eigenen Anteilen zählt dazu auch eine bindende Zusage des Großaktionärs Prosus. Ein möglicher Wettbewerber hätte somit keine Chance mehr, über die frei handelbaren Stücke an die Mehrheit der Anteile zu gelangen. Daher dürfte das Angebot kaum nachgebessert werden. Der Vollzug der Übernahme wird in der zweiten Jahreshälfte 2027 erwartet. Mit der Empfehlung von Vorstand und Aufsichtsrat dürfte Uber seinem Ziel, Delivery Hero vollständig zu übernehmen, einen weiteren Schritt näherkommen.
Auf den ersten Blick bietet das Übernahmeangebot noch immer eine Prämie von 13 Prozent gegenüber dem gestrigen Schlusskurs. Allerdings kann es sich noch Monate hinziehen, bis die Transaktion tatsächlich vollzogen wird. Ein Kauf der Aktie drängt sich daher weiterhin nicht auf. Welche Aktien dagegen jetzt schnell durchstarten könnten, lesen Sie in der neuen Ausgabe. Diese finden Sie hier.
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