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28.02.2022 Tim Temp

Lufthansa: Sanktionen treffen auch den Kranich

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Deutsche Lufthansa

Der Konflikt in der Ukraine ist weiterhin das bestimmende Thema auch an der Börse. Die neuen Sanktionen, die unter anderem die freie Nutzung des Luftraumes weiter einschränken, betreffen auch die Lufthansa. Die Aktie knickt am heutigen Montag um rund fünf Prozent ein. Die 200-Tage-Linie konnte bisher schlimmeres verhindern.

Der russische Angriffskrieg in der Ukraine und die damit verbundenen Einschränkungen des Luftverkehrs haben unmittelbare Folgen auf die Lieferketten. In der Luftfracht fallen die aus dem EU-Luftraum verbannten russischen Gesellschaften aus, während die westlichen Airlines den Luftraum über dem größten Staat der Erde nicht mehr nutzen können. Flüge aus Mitteleuropa nach Japan, Korea und China verlängern sich teils um mehrere Stunden und können bis zu 20 Prozent weniger Fracht mitnehmen, wie die Lufthansa Cargo berichtet hat.

Wer übernimmt also das Geschäft der Russen-Frachter? Die Lufthansa Cargo fliegt bereits seit Beginn der Corona-Pandemie an der Grenze ihrer Kapazitäten und wird für das Geschäftsjahr 2021 einen Rekordgewinn in Milliardenhöhe beim coronageschädigten Lufthansa-Konzern abliefern. Vor wenigen Jahren noch undenkbar, betreibt sie seit kurzem sogar zwei Mittelstreckenjets vom Typ Airbus A321 als Frachtflugzeuge.

Luftfahrtexperte Gerald Wissel von der Beratungsgesellschaft Airborne sieht große geschäftliche Chancen für die großen arabischen Gesellschaften wie Emirates und Qatar, die bislang wie die Chinesen weiterhin den russischen Luftraum nutzen. Wegen der geografischen Lage ihrer Drehkreuze müssen sie auch die Verbindungen nach Fernost nicht ändern, während die US-Gesellschaften stärker auf die Pazifik-Routen umsteigen dürften. Wissel warnt auch vor steigenden Kerosin-Preisen und weniger Geschäftsreisen angesichts der Invasion Putins. "Die Auswirkungen des Krieges auf den Luftverkehr sind gewaltig. Es wird sehr darauf ankommen, wie lange der Konflikt anhält."

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Lufthansa in EUR

Die weitere Entwicklung ist schwer abzuschätzen und die tatsächlichen Auswirkungen werden sich erst in den kommenden Tagen Stück für Stück zeigen. Die Lufthansa-Aktie ist nach dem Zwischenhoch bei 7,90 Euro seit einigen Tagen wieder im Sinkflug. Der GD200 und die Unterstützung bei 6,60 Euro blieben bisher standhaft und fungieren weiter als starker Support. Die kommenden Tage muss weiterhin mit erhöhter Volatilität gerechnet werden. 

Hinweis auf Interessenkonflikte: Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Lufthansa.

MIt Material von dpa-AFX

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