20.12.2018 Matthias J. Kapfer

Lufthansa: Mit fiesen Tricks zum Erfolg?

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Der größten deutschen Airline wird vorgeworfen, Buchungswebsites diskriminiert zu haben. Die Vorwürfe gehen nun soweit, dass die Reise-Lobbygruppe ETTSA bei der EU-Wettbewerbsbehörde Beschwerde eingelegt hat. Im Mittelpunkt der Anschuldigungen stehen Praktiken zur Preisgestaltung, welche nach Meinung von ETTSA nachteilig für Reisevermittler bzw. Buchungswebsites sein sollen.

Beschwerde Nummer zwei

Es ist bereits der zweite Versuch der European Technology and Travel Services Association, kurz ETTSA, der Kranich-Airline das Leben schwer zu machen. Bereits im Jahr 2015 hatte die Reise-Lobbygruppe, zu der unter anderem booking.com oder Opodo gehören, Beschwerde bei der Wettbewerbsbehörde eingelegt.

Der Grund waren die von Lufthansa eingeführten Gebühren bei Ticketbuchungen außerhalb der eigenen Website. Damals konnte die Airline als Sieger aus dem Streit hervorgehen, denn die EU-Verkehrskommissarin wies die Beschwerde des Verbandes zurück. Bei den aktuellen Anschuldigungen geht es erneut um Ticketbuchungen im Internet.

LH.com immer am Billigsten

Laut ETTSA soll Lufthansa die billigsten Tickets (ohne Gebühren für Gepäck oder reservierte Sitzplätze) für bestimmte Flüge nicht über Buchungssysteme Dritter anbieten. „Die nächst billigsten Tickets sind rund 20 Prozent teurer als die, die für Lufthansas eigene Vertriebskanäle vorbehalten sind. Wenn ein Kunde auf einem Vergleichsportal sucht, erscheint LH.com immer als die billigste Option“, kritisiert so ein Sprecher von ETTSA.

Stoppkurs beachten

Es bleibt abzuwarten, inwieweit die EU-Wettbewerbshüter die Beschwerde des Verbandes ernst nehmen werden.

An der Börse haben die Anteilsscheine der Kranich-Airline 2018 eine fulminante Bruchlandung hingelegt. Seit Januar haben die Lufthansa-Aktien rund 38 Prozent an Wert verloren. Die Analysten sehen im derzeitigen Kurs durchaus Aufholpotenzial und nennen Kursziele jenseits der 25,00 Euro.

DER AKTIONÄR bleibt für die Anteilscheine der Lufthansa positiv gestimmt. Mutige Anleger können weiter zugreifen. Der Stoppkurs sollte bei 16,80 Euro belassen werden.