Die Ryanair-Aktie hat zum Wochenstart einen herben Dämpfer kassiert. Grund dafür sind die Zahlen, die der irische Billigflieger am Montagmorgen vorgelegt hat. Anders als vom Markt erwartet, hatten die hohen Kerosinpreise der Airline einen Großteil des Gewinns gekostet.
• Hohe Kerosinkosten lassen die Ryanair-Aktie deutlich einknicken.
• Die Ryanair-Aktie bricht um acht Prozent ein.
• DER AKTIONÄR favorisiert den Rivalen Lufthansa.
Eigentlich ist Ryanair gegen steigende Treibstoffkosten gut abgesichert. Rund 80 Prozent des Kerosinbedarfs sind über Absicherungsgeschäfte gegen Preisschwankungen geschützt. Der verbleibende Anteil von etwa 20 Prozent wurde dem Billigflieger nun jedoch zum Verhängnis: Laut Konzernmitteilung verdoppelten sich die nicht abgesicherten Kerosinpreise im ersten Quartal auf 150 Dollar je Barrel. Für Kerosion und andere Betriebsstoffe wie Öl musste Ryanair deshalb mit rund 1,69 Milliarden Euro 16 Prozent mehr berappen.
Gleichzeitig mussten die Ticketpreise im ersten Quartal des gebrochenen Geschäftsjahres durch zusätzliche Anreize gestützt werden. Grund dafür war die Kaufzurückhaltung der Verbraucher infolge des Nahostkonflikts, Sorgen über mögliche Kerosinengpässe in der EU, die wirtschaftliche Unsicherheit sowie kurzfristigere Buchungen.
Nichtsdestotrotz lockte Ryanair durch die billigeren Ticketpreise mit 61,3 Millionen Passagieren rund sechs Prozent mehr Reisende als im Vorjahreszeitraum an. Dadurch kletterten auch die Zusatzerlöse um fünf Prozent auf 1,47 Milliarden Euro. Insgesamt stiegen die operativen Kosten um elf Prozent auf 3,81 Milliarden Euro. Der auf die Aktionäre entfallende Nettogewinn fiel dabei überproportional stark um 34 Prozent auf 538 Millionen Euro.
Ryanair – Q1 Finanz- und Betriebsdaten im Vergleich
Quartalsende Juni 2025 vs. Juni 2026| Kennzahl | Juni 2025 | Juni 2026 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Passagiere | 57,9 Mio. | 61,3 Mio. | +6% |
| Sitzplatzauslastung | 94% | 94% | – |
| Umsatz (€) | 4,34 Mrd. | 4,38 Mrd. | +1% |
| Operative Kosten (€) | 3,42 Mrd. | 3,81 Mrd. | +11% |
| Nettogewinn (PAT) | 820 Mio. | 538 Mio. | -34% |
Ryanair-Chef Michael O'Leary erklärte zur Umsatz- und Kostenentwicklung: „Im ersten Quartal stieg der Umsatz um ein Prozent auf 4,38 Milliarden Euro. Der Linienflugumsatz sank leicht um ein Prozent auf 2,91 Milliarden Euro, da das Passagierwachstum von sechs Prozent durch sechs Prozent niedrigere Ticketpreise ausgeglichen wurde.“
Ausblick bestätigt
Für das Geschäftsjahr 2027 rechnet Ryanair weiterhin mit einem Verkehrswachstum von vier Prozent auf 216 Millionen Passagiere (erstes Halbjahr: plus sechs Prozent, zweites Halbjahr: plus zwei Prozent). Zudem will die Airline die Kostenführerschaft im europäischen Luftverkehr weiter ausbauen.
An der Börse kommt der Kerosinpreisschock schlecht an: Die Aktie knickt am Montag um rund acht Prozent ein. Der jüngste Erholungsversuch ist damit jäh beendet. Bei Ryanair drängt sich weiterhin kein Einstieg auf. DER AKTIONÄR favorisiert dagegen die Lufthansa-Aktie.
20.07.2026, 11:56
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