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08.07.2013 Steffen Eidam

Lufthansa legt Streiksorgen ad acta

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Lufthansa

In letzter Sekunde konnte ein Streik bei Germanwings abgewendet werden. Die Konzernmutter musste allerdings schmerzliche Zugeständnisse machen.

Die Kuh ist vom Eis: Germanwings wird nicht in den Streik übergehen. Alle Beteiligten können gerade vor der Hauptreisezeit durchatmen. Die Zugeständnisse der Lufthansa passen jedoch nicht in die Sparpläne des Managements.

Mehr Geld für Germanwings-Mitarbeiter

Nach einer zweitägigen Marathonrunde kündigte die Kabinengewerkschaft Ufo am Samstag in Bonn die Einigung an. Die Arbeitgeber hätten kurzfristig ihr Angebot noch einmal wesentlich verbessert und seien auf alle Punkte der Gewerkschaft eingegangen, sagte der Ufo-Vorsitzende, Nicoley Baublies. Auch das Management des Unternehmens begrüßte die erzielte Einigung in dem Tarifstreit: "Wir sind mit unserem Angebot an die Kabinengewerkschaft Ufo bis an den Rand des uns Möglichen gegangen", erklärte der Geschäftsführer der Lufthansa-Tochter, Axel Schmidt. Demnach sollen die Gehälter der rund 700 Flugbegleiter über eine Laufzeit von zwei Jahren in drei Stufen um knapp sechs Prozent ansteigen. Ein Teil des Zuwachses ist abhängig von der Ergebnisverbesserung bei Germanwings. Zusätzlich gibt es eine Einmalzahlung von maximal 1.500 Euro. Erfüllt wurde auch die Forderung der Gewerkschaft, die befristeten Arbeitsverträge in unbefristete Arbeitsverhältnisse umzuwandeln.      

Raus aus dem Dilemma

Germanwings wird künftig eine zentrale Rolle im Verband der Kranich-Flotte einnehmen. Umso wichtiger ist, dass ein Streik zu diesem denkbar ungünstigen Zeitpunkt vermieden werden konnte. Mit dem aktuellen Angebot an die Tochter scheint das Lufthansa-Management tatsächlich an die Grenzen gegangen zu sein. Immerhin befindet sich der Konzern mitten in der Umstrukturierung und dreht kräftig an der Sparschraube. Die Einigung ist insgesamt positiv zu bewerten. DER AKTIONÄR bekräftigt daher sein Kursziel von 18,00 Euro. Ein Stopp bei 13,50 Euro sichert die Position ab.

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