13.05.2020 Jochen Kauper

Leoni-Aktie geht erneut auf Talfahrt

-%
Leoni

Die Folgen der Corona-Krise haben den angeschlagenen Kabel- und Bordnetzspezialist Leoni im ersten Quartal belastet. Unter dem Strich stand ein Verlust von 67 Millionen Euro, wie Unternehmen am Mittwoch in Nürnberg mitteilte. Das reichte den Anlegern nicht. Die Aktie geht erneut auf Tauchstation.

Leoni spürte die negativen Auswirkungen der Pandemie beim Umsatz, der um rund 10,6 Prozent auf 1,13 Milliarden Euro zurückging. Der Fehlbetrag hingegen wurde im Vergleich zum Vorjahr um rund die Hälfte verringert. Das um Sondereffekte und Umbaukosten bereinigte operative Ergebnis (bereinigtes Ebit) war mit minus 17 Millionen Euro zwar ebenfalls weiter negativ, verbesserte sich aber leicht um 4 Millionen Euro.

leoni.com

„Um den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie entgegenzuwirken, hat Leoni frühzeitig und erfolgreich Maßnahmen zur Senkung der Kosten und zur Sicherung der Finanzkraft ergriffen“, so Leoni-Vorstand Aldo Kamper.

Hausgemachte Probleme

Der Autozulieferer hat ein verlustreiches Jahr hinter sich und hatte bereits 2019 mit hausgemachten Problemen und der schwachen Autokonjunktur zu kämpfen. Im Zuge der Corona-Pandemie erhält Leoni eine staatliche Kreditbürgschaft in Höhe von 330 Millionen Euro. Kürzlich hatte der Konzern mitgeteilt, dass er für das laufende Jahr wegen der Coronavirus-Pandemie mit einem deutlich schlechteren Abschneiden als zuvor geplant rechnet.

Leoni (WKN: 540888)

Die Zahlen liefern der Aktie keine neuen Impulse. Das Papier liegt weiterhin bei rund 6,20 Euro. Die zugesagten staatlichen Garantien in Höhe von 330 Millionen Euro sind für Leoni sicherlich eine kurzfristige Erleichterung. Es ist allerdings durchaus möglich, dass der Spezialist für Bordnetze weitere Geldspritzen benötigt. Nach wie vor bleiben bei Leoni die strukturellen Probleme, die Vorstand Aldo Kamper lösen muss. Die Aktie nimmt Kurs auf das Jahrestief bei 5,50 Euro. Abwarten!