Das sieht richtig übel aus: Im frühen Handel gerät eine Aktie aus dem MDAX kräftig unter Druck. Um satte sieben Prozent knicken die Anteilscheine von Lanxess ein. Der Grund ist eine sehr pessimistische Einschätzung von Berenberg-Analyst Sebastian Bray, der sein Kursziel für den Spezialchemiekonzern nun deutlich gekappt hat.
Demnach dürfte seinen Berechnungen zufolge das Papier bis auf 13,80 Euro nachgeben. Dementsprechend lautet seine Einschätzung nun „Sell“. Zuvor lag Brays Kursziel noch bei 17,00 Euro und das Anlagevotum „Hold“. Seine Studie trägt den Titel "Nicht viel Wachstum, aber zu hohe Schulden". Darin bezeichnet er die aktuellen Erwartungen vieler Marktteilnehmer auf eine baldige Ergebnisverbesserung als übertrieben. Auch sein KI-gestütztes Bewertungsmodell kommt zu dem Schluss, dass sich Lanxess im gegenwärtigen konjunkturellen Marktumfeld eher ungünstig positioniert sehe.
Beim seit Längerem anvisierten vollständigen Rückzug aus dem gemeinsam mit dem Finanzinvestor Advent geführten Joint Venture Envalior, das auf technische Kunststoffe spezialisiert ist, sieht Bray Advent klar im Vorteil bei den Verhandlungen. Der Finanzinvestor sei sich bewusst, dass sein Verhandlungspartner hoch verschuldet ist, und werde diesen Umstand geschickt zu seinem eigenen Vorteil nutzen.
Der heutige Kursrücksetzer zeigt einmal mehr: Ein Investment in die Anteilscheine von Lanxess ist derzeit natürlich mit zahlreichen Risiken verbunden. Wer sich dessen bewusst ist und Mut sowie einen langen Atem besitzt, hat langfristig Chancen auf Kursgewinne. Denn der MDAX-Titel ist weiterhin im historischen Vergleich relativ günstig. Allerdings drängt sich angesichts der sich immer weiter verschärfenden Lage im Rhein vorerst noch kein Einstieg auf. Wer bereits investiert ist, beachtet den Stoppkurs bei 12,50 Euro.
Heute, 11:40
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