Die US-Investmentbank Morgan Stanley schlägt bei Coinbase deutlich vorsichtigere Töne an. Analyst Michael Cyprys senkte das Kursziel für die Krypto-Börse drastisch von 258 Dollar auf 120 Dollar. Das entspricht einer Kürzung um rund 53 Prozent. Die Experten warnen davor, dass sich die Erträge des Unternehmens deutlich langsamer erholen könnten als bisher gedacht.
Der Grund: Das Handelsvolumen an den Krypto-Märkten kühlt spürbar ab. Gleichzeitig trüben sich die Aussichten für die Einnahmen ein. Auch die Unsicherheit nach dem Hack bei der Konkurrenzbörse Binance, bei dem ein Schaden von 6,3 Milliarden Dollar im Raum steht, drückt auf die Stimmung im gesamten Sektor.
Morgan Stanley stuft Coinbase zwar weiterhin als einen der stärksten Akteure im Krypto-Bereich ein. Doch die Gewinne dürften vorerst hinter früheren Prognosen zurückbleiben. Das erhöht den Druck auf das Papier.
Schwache Quartalszahlen enttäuschen die Anleger
Die Abstufung folgt auf ernüchternde Geschäftszahlen. Im dritten Quartal sank der Nettoumsatz von Coinbase im Jahresvergleich um rund 34 Prozent auf 1,22 Milliarden Dollar.
Auf dem Papier erzielte die Plattform zwar einen Reingewinn von 719 Millionen Dollar. Dieser beruhte jedoch größtenteils auf Bewertungsgewinnen eigener Krypto-Bestände. Der bereinigte Nettogewinn lag bei lediglich 78 Millionen Dollar.
Druck auf den gesamten Krypto-Sektor
Entsprechend negativ reagieren die Investoren auf die Lage. Bereits am Freitag setzten massive Verkäufe ein. Die Aktie von Coinbase brach im Tagesverlauf um mehr als 13 Prozent ein.
Während Coinbase Federn ließ, gerieten auch andere Branchenwerte unter Druck. Die Papiere von Circle verloren über neun Prozent, Strategy büßte rund acht Prozent ein. Zu Beginn der neuen Handelswoche setzte sich der Abwärtstrend fort: Die Coinbase-Aktie gab um weitere 3,9 Prozent auf 138 Dollar nach.
Coinbase steht vorerst auf der Bremse. Die Kombination aus sinkender Handelsaktivität, dünneren Kerngewinnen und Verunsicherung durch den Binance-Hack belastet das Geschäft. Daher ist Coinbase derzeit auch keine laufende Empfehlung des AKTIONÄR.
Heute, 17:40
Bei Google bevorzugen