Coinbase stellt sich breiter auf. Die größte Krypto-Börse der USA steigerte ihren Nettogewinn im dritten Quartal um 66 Prozent auf 719 Millionen Dollar. Im Vorjahreszeitraum standen hier noch 433 Millionen Dollar in den Büchern. Das Unternehmen profitiert dabei zunehmend von neuen Geschäftsfeldern abseits des klassischen Krypto-Handels.
Der Gesamtumsatz lag bei 1,22 Milliarden Dollar. Im Vergleich zum Vorquartal stagnierten die Erlöse damit nahezu, während sie im Jahresvergleich um 35 Prozent sanken. Dass das Nettoergebnis dennoch kräftig zulegte, lag maßgeblich an Bewertungsgewinnen: Coinbase verbuchte ein Plus von 715 Millionen Dollar auf gehaltene Krypto-Vermögenswerte. Vor einem Jahr lag dieser Wert bei 424 Millionen Dollar.
Prognosemärkte verdoppeln Erlöse
Das klassische Handelsgeschäft schwächelte zuletzt. Das Spot-Handelsvolumen fiel im Vergleich zum Vorquartal um acht Prozent auf 135 Milliarden Dollar. Der Grund: Viele Privatanleger hielten sich angesichts volatiler Kurse mit Zukäufen zurück.
Während das traditionelle Trading nachlässt, gewinnen alternative Angebote an Dynamik. Die Sparte für Prognosemärkte („Prediction Markets“) überschritt annualisierte Erlöse von 200 Millionen Dollar. Das entspricht einer Verdopplung gegenüber den rund 100 Millionen Dollar aus dem zweiten Quartal. Laut Bernstein-Analysten machen Prognosemärkte und das Derivategeschäft mittlerweile rund 25 Prozent der Transaktionseinnahmen und etwa zwölf Prozent des Gesamtumsatzes aus.
Auch das Derivatevolumen ging zwar um sieben Prozent auf 986 Milliarden Dollar zurück. Doch die Plattform schlug sich besser als der Gesamtmarkt, der im selben Zeitraum um elf Prozent schrumpfte. Coinbase-Chef Brian Armstrong bezeichnete Prognosemärkte als eines der am schnellsten wachsenden Produkte in der Firmengeschichte.
Stabile Erlöse durch USDC
Ein weiterer Pfeiler im Zahlenwerk bleibt das Geschäft mit Stablecoins. Die Erlöse in diesem Segment kletterten um drei Prozent auf 328 Millionen Dollar. Darin enthalten sind 21 Millionen Dollar aus USDC-Beständen, die Coinbase selbst in der Bilanz hält.
Abonnements und Dienstleistungen machen inzwischen fast die Hälfte der Nettoeinnahmen aus. Entsprechend gelingt es der Börse zunehmend, sich von den reinen Kursschwankungen am Krypto-Markt abzukoppeln. Finanzchefin Alesia Haas betonte, diese Diversifizierung mache das Unternehmen über verschiedene Marktzyklen hinweg widerstandsfähiger.
Die Analystenhäuser Bernstein und William Blair bestätigten nach Vorlage der Zahlen ihre Einstufung mit „Outperform“. Bernstein sieht das Kursziel der Coinbase-Aktie unverändert bei 250 Dollar, während William Blair einen fairen Wert von etwa 240 Dollar ansetzt.
Zwar belastet das schwächere Spot-Volumen den operativen Kern, doch der rasante Zuwachs bei Prognosemärkten und stabile Erträge aus dem Stablecoin USDC federn die Delle im klassischen Handel spürbar ab. Aufgrund des aktuellen Chartbildes sowie des Vertrauensverlusts in Krypto-Börsen durch den Binance-Hack drängt sich ein Einstieg derzeit nicht auf.
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