Ein schwarzer Tag für Ubisoft-Aktionäre: Die Aktie des französischen Spieleentwicklers bricht am Donnerstag zeitweise um 34 Prozent ein. Auslöser ist ein tiefgreifender Konzernumbau, den das Unternehmen am Vorabend angekündigt hatte – inklusive Studio-Schließungen, der Streichung von sechs Spielen und düsteren Prognosen.
Bekannt ist Ubisoft für Spielehits wie Assassin’s Creed oder Far Cry, doch seit Jahren kriselt es bei den Franzosen. Nach Verzögerungen bei Großprojekten, enttäuschenden Releases und einem seit der Pandemie massiv gefallenen Aktienkurs soll nun ein harter Schnitt erfolgen.
Konkret werden die Studios in Halifax (Kanada) und Stockholm geschlossen. Weitere Standorte in Abu Dhabi, Helsinki und Malmö werden restrukturiert. Zudem fallen sechs Spieleprojekte ersatzlos weg. Die Folge: eine Abschreibung von 650 Millionen Euro.
Milliardenverlust in Sicht
Besonders bitter für die Aktionäre: Ubisoft rechnet für das Geschäftsjahr bis 2026 mit einem operativen Verlust von rund einer Milliarde Euro. Damit nicht genug – auch der Ausblick auf die Erlöse wurde deutlich nach unten korrigiert. Die erwarteten Net Bookings sollen nur noch bei 1,5 Milliarden Euro liegen und damit 330 Millionen Euro unter der bisherigen Prognose.
CEO und Firmengründer Yves Guillemot rechtfertigt den radikalen Kurs mit dem schwierigen Marktumfeld: „Das heutige Marktumfeld erfordert, dass die Gruppe ihre Organisation und Arbeitsweise grundlegend verändert.“ Kurzfristig werde dies die Zahlen weiter belasten, räumt Guillemot ein. Langfristig soll der Neustart jedoch die Basis für nachhaltiges Wachstum und eine solide Cash-Generierung legen.
Sparprogramm – aber zu welchem Preis?
Bis März 2028 will Ubisoft durch Kostensenkungen 500 Millionen Euro einsparen. Die fixen Kosten sollen von 1,75 Milliarden Euro (2023) auf 1,25 Milliarden Euro sinken. Zudem schließt das Management Asset-Verkäufe nicht aus – ein weiteres Warnsignal für Anleger.
Ubisoft crasht am Donnerstag übel. Das Management hat das Vertrauen der Anleger verspielt. Anleger machen einen großen Bogen um die Aktie und setzen stattdessen auf den AKTIONÄR-Favoriten Take-Two.
22.01.2026, 16:09