08.05.2020 Thorsten Küfner

K+S überrascht mit starken Zahlen, Corona belastet kaum - jetzt zugreifen?

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K+S

Der Düngemittel- und Salzhersteller K+S hat einige Eckdaten für das erste Quartal heute vorab gemeldet. Umsatz und operativer Gewinn lagen demnach über den Analystenprognosen. Die Corona-Pandemie belastet den MDAX-Konzern nur leicht. Dennoch hält sich K+S die Möglichkeit eines KfW-Kredits noch offen – weswegen die Dividende deutlich gekappt wird.

Anstatt der ursprünglich für 2019 geplanten 0,15 Euro je Aktie soll es nun 0,04 Euro geben. K+S begründet diesen Schritt mit der anhaltenden Unsicherheit durch die Corona-Pandemie: "Die Anpassung der Dividende ist notwendig, um die Förderfähigkeit durch einen staatlich abgesicherten Kredit der KfW für das Unternehmen zu wahren." 

DER AKTIONÄR hält diesen Schritt für sinnvoll, zumal die Bilanz durch den teuren Aufbau der strategisch wichtigen Bethune-Mine sowie die anhaltend niedrigen Kalipreise ohnehin schon etwas geschwächt ist. Vor diesem Hintergrund erscheint eine geringere Ausschüttung angebracht. 

Besser als erwartet

Der Umsatz lag mit 1,10 Milliarden Euro wegen der niedrigeren Kalipreise unter dem Vorjahresniveau von 1,30 MIliarden Euro, übertraf aber die Analystenprognosen von 1,06 MIlliarden Euro. Beim EBITDA schnitt K+S mit 201 Millionen Euro ebenfalls über den Markterwartungen (169 MIllionen Euro). Das Coronavirus hatte bei K+S einige Anpassungen im operativen Bereich zur Folge, belastete das Konzernergebnis aber letztlich bisher nur mit etwa zehn Millionen Euro. 

Ausblick angepasst

Darüber hinaus hat K+S den Ausblick für das Gesamtjahr konkretisiert. Nachdem bisher mit einer EBIT-Spanne von 500 bis 620 Millionen Euro gerechnet wurde, peilt der Konzern nun 520 Millionen Euro an. Zur kompletten Unternehmensmeldung.

K+S (WKN: KSAG88)

Die relativ soliden Zahlen in einem sehr schwierigen Marktumfeld sind klar positiv zu werten, die Dividendensenkung keine Überraschung. Die K+S-Aktie bleibt ein heißes Eisen, da die hohe Verschuldung, die anhaltend niedrigen Kalipreise und eine mögliche Kapitalerhöhung ernstzunehmenden Risiken sind. Dennoch können mutige Anleger hier allmählich wieder erste Positionen aufbauen. Der Stoppkurs sollte bei 4,40 Euro platziert werden.