US-Präsident Donald Trump zeigt sich trotz des bislang fehlenden diplomatischen Durchbruchs mit dem Iran vergleichsweise unbeeindruckt von der weiterhin blockierten Straße von Hormus. Nach Angaben des Nachrichtenportals „Axios“ sagte Trump in einem Telefonat: "Wir geben dem nicht viel Aufmerksamkeit".
Die USA konzentrierten sich demnach nicht umfassend auf Gespräche mit Teheran. Stattdessen verwies Trump auf die schwierige wirtschaftliche Situation des Landes: "Wir beobachten den Iran lediglich mit seiner enormen Inflation und der Tatsache, dass sie kein Geld haben."
Nach Darstellung des US-Präsidenten befindet sich die iranische Wirtschaft in einer äußerst angespannten Lage. Zugleich habe die von den USA verhängte Seeblockade iranischer Häfen die wirtschaftlichen Schwierigkeiten weiter verschärft.
Mit Blick auf die anhaltenden Auseinandersetzungen und Verhandlungen mit Teheran äußerte sich Trump gegenüber „Axios“ ebenfalls gelassen: "Es wird sich regeln. Es regelt sich immer. Es ist wie eine Schachpartie". Das Nachrichtenportal berief sich darüber hinaus auf US-Regierungsvertreter, wonach Trump zunächst auf eine Entspannung der Lage setzen wolle.
Der israelische Iran-Experte Danny Citrinowicz bewertete die Aussagen auf X und räumte ein, dass die wirtschaftliche Situation des Iran zweifellos angespannt sei. Gleichzeitig bezweifelte er, dass der wirtschaftliche Druck ausreichen werde, um Teheran zu einer Kapitulation bei den Verhandlungen zu bewegen. Auch ein Verzicht auf zentrale strategische Interessen des Landes – insbesondere den Anspruch auf Kontrolle der Straße von Hormus – sei allein durch wirtschaftlichen Druck aus seiner Sicht wenig wahrscheinlich.
Aus Teheran waren zuletzt ohnehin Signale gekommen, die Hoffnungen auf eine rasche Öffnung der strategisch wichtigen Meerenge dämpften. Die iranische Führung verlangt offenbar umfangreiche Zugeständnisse der USA, bevor die für den internationalen Öl- und Gashandel bedeutende Schifffahrtsroute wieder freigegeben werden soll.
Der Nationale Sicherheitsrat des Iran hat die Öffnung an eine Reihe weitreichender Bedingungen geknüpft. Dazu zählen unter anderem das Ende der US-Seeblockade, der Rückzug amerikanischer Streitkräfte aus der Region sowie die vollständige Aufhebung der gegen den Iran verhängten Sanktionen. Darüber hinaus fordert Teheran die uneingeschränkte Freigabe sämtlicher eingefrorener iranischer Vermögenswerte.
Indes richten sich die Blicke nun auch verstärkt auf den Jemen. Dort wurden weitere Kämpfe gemeldet. Die dortigen Huthi-Milizen, die vom Iran unterstützt werden, liefern sich nun auch Kämpfe mit dem Nachbarstaat Saudi-Arabien und könnten die Schifffahrt durch das Rote Meer deutlich erschweren.
Noch immer scheint eine Verhandlungslösung weit weg. Weil vor dem Krieg knapp ein Fünftel der weltweiten Ölförderung durch die Straße von Hormus verschifft wurde, fehlen der Weltwirtschaft nun dementsprechend Tag für Tag mehrere Millionen Barrel Öl. Daher verharren die Ölpreise auf einem hohen Niveau. Brent-Öl kletterte nun wieder auf knapp 84 Dollar.
Heute, 07:07
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