Die Ölpreise legen wieder zu. Brent- und WTI-Öl verteuern sich jeweils um knapp drei Prozent auf 93 beziehungsweise 89 Dollar. Denn während US-Präsident Donald Trump weiter ein baldiges Ende des Krieges mit dem Iran in Aussicht stellt, spitzt sich die Lage im Energiesektor zunehmend zu. Der Iran greift nun vor allem die Energiebranche an.
Ziel der Attacken ist es offenbar, den wirtschaftlichen Preis für eine Fortsetzung des Konflikts zu erhöhen. In Bahrain wurden nach Angaben örtlicher Behörden Treibstofflager nahe des internationalen Flughafens angegriffen. Zunächst blieb unklar, ob die Attacke den Kerosinvorräten des Flughafens am Rand der Hauptstadt Manama galt oder einer anderen Anlage. Auch im Oman kam es zu einem Angriff auf Energieanlagen. Im Hafen von Salalah wurden Treibstofftanks mutmaßlich von iranischen Drohnen getroffen. Auf Aufnahmen, die der arabische Fernsehsender Al Jazeera veröffentlichte, ist zu sehen, wie über einem der Tanks ein großer Feuerball aufsteigt.
Darüber hinaus kam es auch auf See zu einem Zwischenfall. Nach Angaben der irakischen Regierung wurde im Persischen Golf ein Angriff auf zwei Öltanker verübt. Dabei kam mindestens ein Mensch ums Leben. Zur Unterstützung der Tankerbesatzungen wurden sechs Schiffe entsandt. Als Reaktion auf den Vorfall setzte die Hafenverwaltung den Betrieb der Ölterminals des Landes vorläufig aus.
Während die militärische Lage in der Region weiter eskaliert, äußerte sich US-Präsident Donald Trump erneut zuversichtlich über den weiteren Verlauf des Konflikts. In einem Telefoninterview mit dem US-Nachrichtenportal „Axios“ erklärte er, der Krieg könne bereits „bald“ beendet sein. Seiner Einschätzung nach gebe es „praktisch nichts mehr, was man angreifen könnte“. Das israelische Militär widersprach dieser Darstellung jedoch und erklärte, man verfüge weiterhin über eine umfangreiche Liste möglicher Ziele im Iran.
Die Nervosität an den Märkten bleibt hoch. Starke Kursbewegungen in beide Richtungen sind jederzeit möglich. Charttechnisch in einer sehr starken Verfassung präsentiert sich indes die Aktie von TotalEnergies. Die Franzosen haben unter den fünf großen westlichen Energieriesen die geringsten Förderkosten und könnten somit selbst bei weitaus niedrigeren Ölpreisen noch satte Gewinne einfahren. Die günstig bewertete Dividendenperle bleibt ein Kauf (Stopp: 52,00 Euro).
Heute, 06:50