Dan Ives gilt an der Wall Street als der Tech-Analyst schlecht hin. Der strahlende Name soll nun auch einem neuen KI-Fonds beflügeln. DER AKTIONÄR beleuchtet, um welchen Fonds es sich handelt und wann dieser in den regulären Handel startet.
Der Ives Ultra AI Opportunities Fonds hat wurde zu zehn Dollar je Anteil bei Anlegern platziert. Insgesamt wurden 20 Millionen Anteile platziert. Damit fließen dem geschlossenen Anlagevehikel zunächst 200 Millionen Dollar zu. Der Handel unter dem Kürzel IVAI soll am Mittwoch an der New York Stock Exchange beginnen.
Zugang zu privaten KI-Firmen
Der Fonds mit prominenter Unterstützung soll Anlegern Zugang zu Unternehmen ermöglichen, die noch nicht an der Börse gehandelt werden. Im Mittelpunkt stehen Firmen aus den Bereichen Künstliche Intelligenz und KI-Infrastruktur. Bis zu 15 Prozent des Portfolios dürfen zudem in private Fonds fließen.
Allerdings müssen Anleger Geduld mitbringen. Laut Fondsunterlagen kann es bis zu zwölf Monate dauern, bis erste konkrete private KI-Investments vorgeschlagen werden. Zum Börsenstart kaufen Anleger damit zunächst Anteile am Fonds und nicht direkt Beteiligungen an einzelnen KI-Unternehmen.
Ives sieht darin eine Möglichkeit, vom Wachstum privater KI-Firmen zu profitieren. „In dieser KI-Revolution werden viele der Unternehmen, die sie anführen, nicht börsennotiert sein“, sagte der Tech-Analyst gegenüber CNBC.
Vergleichsweise hohe Kosten
Ein Blick auf die Kosten zeigt allerdings eine erhebliche Belastung. Die jährlichen Gesamtkosten von 3,1 Prozent des Bruttovermögens liegen deutlich über denen klassischer ETFs. Hinzu kommt das Bewertungsrisiko privater Unternehmen. Da die Beteiligungen nicht laufend an der Börse gehandelt werden, ist ihr tatsächlicher Marktwert weniger transparent. Zudem kann der Börsenkurs des geschlossenen Fonds vom Nettoinventarwert abweichen.
Auch die Rolle von Ives ist begrenzt. Er steht dem Anlageberater vor, ist aber weder Portfoliomanager noch Mitglied des Anlageausschusses. Die laufende Portfolioverwaltung übernimmt Ed Leathers. Wer jedoch nach klassischen Rendite-Kennzahlen von Ed Leathers sucht, wird herbe enttäuscht: Der Ives Ultra AI Opportunities ist der allererste von ihm verwaltete Fonds, der öffentlich registriert ist und dessen Performance somit quartalsweise transparent offengelegt werden muss. Ein messbarer, belastbarer Track Record, der mit klassischen Fondsmanagern vergleichbar ist, existiert schlichtweg von Ed Leathers noch nicht.
Vom großen AI-Kuchen will nun auch Dan Ives offenbar ein Stück abhaben. Anleger sollten dem Star-Analyst jedoch nicht blind folgen und vorerst bei den transparenteren börsennotierten KI-Unternehmen wie Micron, Nvidia und Broadcom bleiben.
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