Im Windschatten von Linde und Air Liquide: AKTIONÄR-Tipp SOL dreht weiter auf

Im Windschatten von Linde und Air Liquide: AKTIONÄR-Tipp SOL dreht weiter auf
Foto: SOL
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Michel Doepke Heute, 11:15 Michel Doepke

Nach starken Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr befindet sich die Aktie des italienischen Gase-Herstellers SOL weiter im Höhenflug. An der Heimatbörse in Mailand konnte der europäische Nebenwert im Laufe der verkürzten Handelswoche bei 58,50 Euro ein neues Rekordhoch markieren. Die Analysten von Berenberg sehen indes nicht mehr viel Luft nach oben.

Zu Wochenbeginn schraubte Analyst Giovanni Selvetti zwar sein Kursziel um sechs auf 59,00 Euro nach oben und bekräftigte die Kaufempfehlung. Das Upside-Potenzial ist seiner Ansicht nach nun aber nahezu ausgeschöpft.

"Seit wir im Januar 2023 die Berichterstattung über SOL aufgenommen haben, mussten wir nur selten auf eine enttäuschende Entwicklung eingehen", lobt Selvetti die operative Entwicklung von SOL in seinem jüngsten Research-Update. Auch die am 26. März veröffentlichten Zahlen würden da keine Ausnahme bilden. Der Berenberg-Analyst verweist in diesem Zusammenhang auf einen "beeindruckenden" organischen Umsatzanstieg von neun Prozent und eine "starke Rentabilität", die sich sowohl in absoluten Zahlen als auch in Bezug auf die Margen verbessert habe.

Selvetti und sein Team schätzen angesichts des geopolitischen Umfelds weiterhin den defensiven Charakter von SOL. "Die aus dem Konflikt im Iran resultierende Energiekrise erfordert eindeutig eine genaue Beobachtung, da die Produktion von technischen Gasen energieintensiv ist. In diesem Zusammenhang erinnern wir jedoch daran, dass SOL die durch den Ausbruch des Russland-Ukraine-Konflikts im Jahr 2022 ausgelöste Energiekrise erfolgreich gemeistert hat, was uns zuversichtlich stimmt, dass dies auch diesmal der Fall sein wird", erklärt Selvetti.

Top aufgestellt

SOL besticht durch eine hervorragende Aufstellung im Gase-Markt. Gut die Hälfte der Erlöse steuerte die Homecare-Division (Markenname "Vivisol") bei. Hier liefern die Italiener unter anderem notwendige Gase für Sauerstofftherapien. Knapp die andere Hälfte steuern technische Gase bei, unter anderem für die Lebensmittelindustrie. Zu diesem Segment zählen beispielsweise Argon, Kohlendioxid, Acetylen oder gasförmiges respektive flüssiges Helium.

Apropos Helium: Durch die geopolitische Lage an der Straße von Hormus kommt es laut Medienberichten zu einer Knappheit des Gases. Wie die Nachrichtenagentur Reuters in Bezug auf zwei Quellen berichtet, reichen die Heliumvorräte der südkoreanischen Chiphersteller beispielsweise bis Juni. Unter Umständen könnte bei SOL eine mögliche (!) Sonderkonjunktur entstehen und die Firma beim Helium-Geschäft deutlich höhere Margen einfahren.

Sol Spa (WKN: 915322)

In welchem Umfang SOL von potenziellen Engpässen bei Helium sogar profitieren kann, bleibt abzuwarten. Grundsätzlich befindet sich das Unternehmen in einer hervorragenden Marktposition und deckt viele relativ krisenresistente Branchen (Gesundheitswesen und Lebensmittelindustrie) ab. Unbedingt dabeibleiben, das Kursplus seit Vorstellung in AKTIONÄR-Ausgabe 16/23 liegt inzwischen bei gut 120 Prozent (Dividenden unberücksichtigt).

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