Bullenstark investieren
11.03.2021 Carsten Kaletta

Hugo Boss: Diese Zahlen sind nicht gerade schick

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Hugo Boss

Hugo Boss hat Zahlen vorgelegt, die schwächer als erwartet ausgefallen sind. So haben Analysten sowohl beim Ergebnis als auch bei den Umsätzen mehr erwartet. Doch an der Börse zählt die Zukunft: So will der Modekonzern die Corona-Delle 2021 hinter sich lassen und zeigt sich für das laufende Jahr sehr optimistisch. Auch eine Dividende soll es geben. Dennoch verliert die Aktie im frühen Handel, nachdem das Papier vorbörslich noch im positiven Terrain notiert hatte.

Konkret geht Hugo Boss von einem deutlichen Umsatzanstieg für das laufende Geschäftsjahr aus. Dabei dürfte die Pandemie das erste Quartal – wenig überraschend – noch deutlich beeinträchtigen. Das operative Ergebnis (EBIT) sowie das Konzernergebnis sollen 2021 deutlich zulegen. Allerdings nennt das Unternehmen keine konkreten Zahlen. Wie im Vorjahr will der MDAX-Konzern eine Dividende von 0,04 Euro zahlen.

Der in Metzingen ansässige Modekonzern war im Zusammenhang mit der Corona-Krise 2020 in die roten Zahlen gerutscht. Das Unternehmen verbuchte unter dem Strich Miese von 219 Millionen Euro, was einem Verlust je Aktie von 3,18 Euro entspricht. Die Analysten hatten nur mit einem Minus von 2,67 Euro je Anteilsschein gerechnet .

Auch der Umsatz sank um ein Drittel auf 1,95 Milliarden Euro. Auch hier hatten die Analysten etwas mehr (1,96 Milliarden Euro) auf ihren Zetteln stehen.

Im vierten Quartal blieb das Geschäft wegen der anhaltenden Beeinträchtigungen durch die Pandemie spürbar hinter dem Vorjahr zurück. Die Umsätze sanken um knapp 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dabei zeigte sich der zukunftsträchtige asiatische Markt mit einem Minus von nur fünf Prozent durchaus stabil. Positiv: Beim EBIT erzielte Hugo Boss im letzten Jahresviertel dank Einsparungen mit 13 Millionen Euro einen Wert mit grünem Vorzeichen.



Hugo Boss (WKN: A1PHFF)

Die Zahlen sind sicherlich etwas schlechter ausgefallen als erwartet. Und auch die Ankündigung, dass das erste Quartal noch unter dem Einfluss von Corona stehen wird, könnte Anleger verschrecken. Doch dieses Szenario kommt aus Sicht des AKTIONÄR nicht überraschend. Langfristig sollte Hugo Boss vielmehr von den zu erwartenden Corona-Öffnungen und einer mittelfristigen Normalisierung des stationären Verkaufs profitieren. Zudem baut Hugo Boss seine Online-Aktivitäten weiter aus und hat seine China-Präsenz verstärkt. Auch diese richtigen strategischen Schritte sollten sich im Kurs auf lange Sicht niederschlagen. Kurzum: Investierte Anleger bleiben weiter dabei.

(Mit Material von dpa-AFX)