Anleger die damit rechnen, dass die Begeisterung für Künstliche Intelligenz bald abflauen wird, könnten sich laut Goldman Sachs stärker defensiv aufstellen. Die Experten sehen Chancen vor allem bei Unternehmen aus dem Gesundheitswesen und dem Basiskonsumgütersektor.
„Der anhaltende Zinsdruck und die Sorge über höhere Kapitalkosten haben den Aktienmarkt dazu veranlasst, seine Wachstumserwartungen zurückzuschrauben“, schrieben die Analysten um Ben Snider vor wenigen Tagen in einer Studie. Zugleich hätten Anleger ihre Positionen deutlich reduziert, wodurch sich die Ausschläge an den Märkten verstärkt hätten.
Nach Einschätzung von Goldman tragen Investitionen in Künstliche Intelligenz derzeit rund die Hälfte zum Gewinnwachstum im S&P 500 bei. Sollte das Wachstum der KI-Ausgaben nachlassen, dürfte auch ihr Beitrag geringer werden.
Die Empfehlung für defensive Werte erfolgt vor dem Hintergrund steigender Energiepreise und Zinsen, die den Konjunkturausblick belasten. Höhere Finanzierungskosten nähren außerdem Zweifel daran, ob der Ausbau der KI-Infrastruktur in diesem Tempo weitergehen kann.
Für Anleger, die sich gegen ein ungünstigeres Szenario wappnen wollen, empfiehlt Goldman Sachs Aktien defensiver Branchen mit soliden Qualitätsmerkmalen. Besonders interessant seien Unternehmen, deren Aktien zuletzt hinter dem Gesamtmarkt zurückgeblieben sind.
Tyson Foods etwa. Die Aktie des Lebensmittel- und Getränkeherstellers verlor in den vergangenen sechs Monaten fast 17 Prozent. Die Dividendenrendite beträgt 3,72 Prozent.
Auch CVS Health überzeugt Goldman Sachs. Zwar liegt die Aktie seit Jahresbeginn 15 Prozent im Plus, in den vergangenen drei Monaten gab sie jedoch ebenfalls 15 Prozent nach. Die Dividendenrendite beträgt 2,88 Prozent.
An dem Basisszenario eines anhaltenden Gewinnwachstums halten die Analysten von Goldman Sachs weiterhin fest. Zudem könnte es zu einer Aufholbewegung bei verbrauchernahen Aktien kommen, die zuletzt stark unter Druck standen. Rückenwind könnten sinkende Energiepreise und niedrigere Zinsen bringen, mit denen Goldmans Volkswirte für 2027 rechnen. Beides würde die Ausgaben der privaten Haushalte unterstützen.
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