FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Immobiliensektor bleibt am Donnerstag im Fokus - mit neuerlichen Verlusten bei Vonovia einerseits und Gewinnen bei TAG andererseits. Nach einer skeptischen Einstufung durch Morgan Stanley nähern sich Vonovia vorbörslich auf der Handelsplattform Tradegate wieder ihrem jüngsten Jahrestief von 16,185 Euro. Zur generellen Belastung durch steigende Marktzinsen gesellte sich nach dem Wahlsieg der Linkspartei in Berlin wieder das Thema Vergesellschaftung von Immobilienportfolios.
Vonovia mitsamt der Tochter Deutsche Wohnen wäre besonders betroffen von den entsprechenden Plänen einer möglichen rot-rot-grünen Berliner Regierung. Die Grünen und die SPD hatten am Vorabend den Weg freigemacht für Koalitionsverhandlungen mit der Linkspartei. Der Linken-Fraktionsvorstand berät am Dienstag nun einmal mehr über das Thema Antisemitismus und den weiteren Umgang mit der Abgeordneten Vanessa Emde. Das Thema ist für Grüne und SPD ein wichtiger Störfaktor.
Derweil konnten sich die Aktien von TAG Immobilien nach einer Kaufempfehlung von Goldman Sachs vorbörslich abkoppeln und kehrten mit plus 1,5 Prozent an ihr Xetra-Vortageshoch zurück. Der Wachstumsmotor Polen verhelfe den Hamburgern zu einer branchenführenden Gewinndynamik, schrieb Goldman-Experte Jonathan Kownator. Zudem lobte er die Rendite und die geringen Leerstände im deutschen Immobilienbestand. Obendrein sei die Bilanz von TAG solide./ag/zb
Quelle: dpa-AFX