14.02.2019 Markus Bußler

Goldcorp mit Zahlen: Doch besser als Barrick Gold?

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Goldcorp
Trendthema

Der Goldproduzent Goldcorp meldete gestern nachbörslich Zahlen. Der bereinigt Gewinn fiel mit 0,07 Dollar je Aktie besser aus als von Analysten erwartet. Diese hatten nur mit 0,03 Dollar je Aktie gerechnet. Allerdings sollten Anleger lieber nicht auf den nicht bereinigten Gewinn (GAAP) schauen. Dort tut sich nämlich ein hohes Minus auf.

Demnach hätte Goldcorp einen Verlust von 4,58 Dollar je Aktie erwirtschaftet. Woher kommt das? Der hohe Verlust steht in engem Zusammenhang mit der Übernahme von Goldcorp durch Newmont Mining. Goldcorp verbucht eine Wertberichtigung von knapp 3,9 Milliarden Dollar auf den Buchwert des Unternehmens – die Differenz zum Übernahmeangebot in Höhe von rund zehn Milliarden Dollar durch Newmont Mining.

Gute Kostenbasis

Die Goldproduktion summierte sich im vierten Quartal auf 630.000 Unzen bei Gesamtkosten von 765 Dollar je Unze. Im Vergleichszeitraum 2017 produzierte Goldcorp noch 646.000 Unzen zu Gesamtkosten von 870 Dollar je Unze. Anscheinend sind nun auch die Probleme bei Minen wie Eléonore überwunden. Goldcorp erklärte, die Phase, in der die Mine hochgefahren wird, sei nun überwunden. Die Mine produziere aktuell rund 35.000 Unzen je Monat. Und das liege im Rahmen dessen, was im Minenplan für Eléonore vorgesehen sei: Eine Produktion von 400.000 Unzen pro Jahr.

Kurzum: Auch Goldcorp hat ähnlich wie Barrick mit dem vierten Quartal die Bilanz bereinigt. Anleger sollten sich also an dem hohen Verlust nicht stören, da er auf Einmaleffekte – in diesem Fall eine hohe Abschreibung auf den Buchwert – zurückgeht. Das Ganze ist nicht cashwirksam. Goldcorp wird aber – wenn nicht noch etwas Ungewöhnliches geschieht, vom Kurszettel verschwinden. Die Übernahme durch Newmont Mining befindet sich auf der Zielgeraden. Die Kurse bewegen sich parallel. Wer darüber nachdenkt, sich Aktien des neuen größten Goldproduzenten – die neue Newmont - ins Depot zu legen, sollte dennoch Goldcorp wählen. Immerhin besteht hier die latente Möglichkeit, dass noch ein zweites Gebot kommt.

Goldcorp ist sicherlich nicht die bessere Barrick. Aber Goldcorp wird Teil eines neuen Goldproduzenten. DER AKTIONÄR sieht bei der neuen Newmont, zu der Goldcorp gehören wird, noch einiges an Aufholpotenzial in den kommenden Monaten. Wer sich heute einige Goldcorp-Aktien ins Depot legt, wird automatisch Aktionär von Newmont, wenn die Übernahme abgeschlossen ist. Für Anleger mit einem Anlagehorizont, der über kurzfristige Trades hinausgeht, dürfte sich das auszahlen.