Gold zählt zu den großen Gewinnern der vergangenen Jahre. Doch kurz vor der Fed-Entscheidung gibt es eine bemerkenswerte Entwicklung. Am Optionsmarkt setzt offenbar ein großer Investor auf einen deutlichen Rückgang beim Gold-ETF GLD. Das könnte aber nicht nur mit der anstehenden Zinsentscheidung zu tun haben.
Der Trade fällt auf: Ein Investor hat 4.000 Call-Optionen auf den SPDR Gold ETF mit einem Basispreis von 450 Dollar verkauft. Fällig werden sie am 17. Juli. Dafür kassierte er rund 3,1 Millionen Dollar. Gleichzeitig kaufte er 8.000 Put-Optionen mit einem Basispreis von 360 Dollar für rund zwei Millionen Dollar.
Unterm Strich bleibt also ein Kredit von rund einer Million Dollar. Solange der GLD bis zum Verfall unter 450 Dollar bleibt, wird der Investor für eine Crash-Wette bezahlt. Richtig spannend wird der Trade, wenn der ETF bis Mitte Juli deutlich fällt. CNBC spricht von einem Rückgang um mindestens 15 Prozent.
Das ist eine klare Gegenposition zum Boom der vergangenen Jahre. Gold ist in drei Jahren um rund 125 Prozent gestiegen. Der GLD hatte Ende Januar ein Rekordhoch bei 510 Dollar erreicht. Inzwischen bröckelt die Rally.
Zinsentscheidung wird zum Belastungstest
Der Grund liegt nicht nur in der Markttechnik. Gold wirft keine laufenden Erträge ab. Wenn Zinsen hoch bleiben, steigen die Opportunitätskosten. Die Notenbank dürfte die Zinsen heute unverändert lassen. Doch wichtiger wird der Ton danach. Bleibt die Fed wegen Inflation und Ölpreis-Schock vorsichtig, wäre das kein Rückenwind für Gold.
Öl-Schock dreht die Logik
Normalerweise profitiert Gold von Krisen. Der Iran-Konflikt passt auf den ersten Blick ins bullishe Bild. Doch diesmal ist die Lage komplizierter. Die anhaltenden Spannungen treiben die Ölpreise nach oben. Das schürt Inflationssorgen – und könnte Zinssenkungen weiter nach hinten schieben.
Damit dreht sich die übliche Logik. Der geopolitische Stress könnte den Goldpreis im Endeffekt sogar belasten, wenn der Markt daraus höhere Zinsen für längere Zeit ableitet.
Technischer Druck
Der Goldpreis fällt seit Wochenbeginn. Der Spotpreis fiel heute zeitweise um 1,9 Prozent und notierte nur noch knapp über 4.500 Dollar je Unze. Seit Beginn des Iran-Konflikts Ende Februar hat Gold rund 13 Prozent verloren. Zumindest aus kurzfristiger Sicht ist Gold demnach kein bullisher Momentum-Trade mehr.
Die Fed entscheidet heute nicht nur über den Leitzins. Sie entscheidet auch darüber, ob Gold wieder Rückenwind bekommt oder ob die Millionen-Wette auf fallende Kurse plötzlich sehr gut aussieht.
Heute, 18:04