09.09.2014 Markus Bußler

Gold: Die Lage ist pikant

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Gold
Trendthema

Der Goldpreis geht in den freien Fall über. Gestern wurde jeder Erholungsversuch im Keim erstickt. Die Suche nach Gründen ist schwierig. Sicherlich darf man die Dollar-Stärke nicht außer Acht lassen. Als der Dollar sich zum letzten Mal derart fest im Vergleich zum Euro präsentiert hat, rutschte der Goldpreis im Tief bis etwa 1.209 Dollar je Unze ab. Ein böses Vorzeichen?

Nun, dass zeitgleich mit dem schwächeren Goldpreis auch die extrem bearishen Kursziele von Goldman Sachs von 1.050 Dollar je Unze herausgeholt werden, mag etwas seltsam anmuten. Doch tatsächlich hat sich die charttechnische Lage deutlich eingetrübt. Das Hauptaugenmerk wird sich in den kommenden Tagen vermutlich auf den Doppelboden bei 1.180 Dollar richten. Hält dieser nicht, dürfte die Dynamik noch einmal deutlich zunehmen, da in diesem Bereich mit Sicherheit zahlreiche Stoppkurse platziert sind. Insofern könnte dann tatsächlich das Kursziel von Goldman Sachs in greifbare Nähe rücken.

1.180 als letzte Bastion
Für die Goldbullen ist das ernüchternd. Doch wie immer gilt: Es ist nicht sinnvoll und in der Regel nur teuer, sich gegen den Markt zu stellen. Bei einem Bruch der 1.180-Dollar-Marke sollte selbst der hartgesottenste Goldbulle mit einem Short liebäugeln. Fällt der Goldpreis wirklich darunter, sollten die meisten Goldaktien automatisch ausgestoppt sein. Ob sie ihr physisches Gold allerdings verkaufen, sollten sich Anleger zweimal überlegen. Grundsätzlich macht es natürlich Sinn, sich von Beständen zu trennen, die man später günstiger zurückkaufen kann. Allerdings sollte man die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs mit einberechnen und sich fragen, ob man wirklich bereit ist, im Bereich von 1.100 oder 1.050 Dollar zurückzukaufen. Dann nämlich wird die Stimmung womöglich noch schlechter sein und der psychologische Aspekt sollte nicht verkannt werden. Und zu guter Letzt besteht natürlich immer noch die Möglichkeit, dass es sich um ein Fehlsignal handelt.

Unterm Strich gilt: Die Lage beim Goldpreis ist pikant. Und es ist gut möglich, dass jetzt noch einmal der – finale? – Abverkauf kommt. Alle bestehenden Bestände bei Goldaktien sollten mit einem Stoppkurs abgesichert werden. Auch wenn nach wie vor zahlreiche Gründe für einen steigenden Goldpreis sprechen: Niemand sollte sich gegen den Markt stellen. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob der Markt manipuliert ist oder nicht.