Gold und Silber gerieten zum Wochenausklang deutlich unter Druck. Der Grund: Inflationssorgen und ein Sprung bei den Renditen der US-Staatsanleihen. „Der Anstieg hat lange niemand interessiert, doch der Sprung auf ein neues Jahreshoch hat die Anleger aufgeschreckt“, sagt Markus Bußler. Drohen jetzt gar Zinsanhebungen in den USA?
Für die Notenbank-Sitzung im Juni erwartet kaum jemand einen Zinsschritt. Doch je weiter man in die Zukunft blickt, umso wahrscheinlicher werden laut dem FedWatch Tool Zinsanhebungen. „Für den Dezember rechnen mittlerweile 48 Prozent der Marktteilnehmer mit einem oder gar mehreren Zinsschritten nach oben“, sagt Markus Bußler. Allerdings könnte das die falsche Lösung sein. „Natürlich ist der erste Reflex bei einer steigenden Inflation an steigende Zinsen zu denken“, sagt Markus Bußler. Doch der Inflationsdruck ist primär eine Folge des Iran-Konflikts und der geschlossenen Straße von Hormus. „Steigende Zinsen werden weder den Krieg beenden noch die Straße von Hormus wieder frei machen.“ Die Wirtschaft, die durch die höheren Energiekosten ohnehin belastet ist, würde durch steigende Zinsen noch mehr belastet werden. „Ich denke nicht, dass die Fed dieses Risiko gehen wird, da der Effekt auf die Inflation marginal sein dürfte.“
Im Rahmen der Einzelaktien geht es dieses Mal um einen ganzen Reigen an Fehlsignalen. Zahlreiche Aktien waren in der vergangenen Woche nach oben ausgebrochen und hatten neue Kaufsignale geliefert – doch binnen weniger Stunden wurden diese Kaufsignale wieder einkassiert. „Das war wirklich schmerzhaft gewesen“, sagt Markus Bußler. Dabei wurden auch kaum Unterschiede gemacht, ob das Unternehmen im Vorfeld gute Nachrichten gebracht hat, oder nicht. „Es war wieder einmal eine ,Hauptsache raus´-Bewegung gewesen“, sagt Markus Bußler. Dabei begrenzte sich der Abverkauf nicht auf die Gold- und Silberwerte, der gesamte Rohstoffsektor stand unter Druck.
19.05.2026, 12:37