Anleger-Lieblinge im Check - was taugen sie?
26.03.2020 Markus Bußler

Gold: Das wird teuer!

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Gold

Der Goldpreis hat sich zuletzt wieder deutlich von seinen Tiefständen erholt. Doch der Ausbruch nach oben ist dem Edelmetall bislang versagt geblieben. Das Coronavirus hat allerdings für Probleme bei der Lieferkette gesorgt. Einige Prägeanstalten haben aktuell den Betrieb eingestellt, Minen mussten vorübergehend schließen. Und die Reisebeschränkungen tun ein Übriges dazu. Manche Münzen sind mittlerweile ausverkauft. Und das sorgt für steigende Preise bei den Händlern.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet nun, dass die Preise bei den Händlern schon lange nicht mehr so deutlich über dem Spotpreis gelegen sind wie aktuell. „Die Konsumenten waren schon immer bereit mehr für Goldmünzen zu bezahlen als Gold auf dem Spotmarkt kostet, aber dieses Premium hat sich aktuell mehr als verdoppelt“, schreibt Bloomberg. Das letzte mal als so hohe Aufgelder bezahlt worden sind, sei kurz vor der Brexit-Wahl gewesen. Damals hätte man in Großbritannien ein deutliches Premium zum Spot bezahlt, da man einen Sicheren Hafen gesucht habe. „Einige Händler würden derzeit gar keine Aufträge annehmen“, sagt dazu Ronan Manly, ein Analyst in Singapur bei BullionStar.

Gold (ISIN: XC0009655157)

Für Anleger ist daher guter Rat teuer. Wer aktuell Münzen kaufen will, muss wohl oder übel das Premium bezahlen. Portale wie Gold.de bieten aber zumindest eine gute Übersicht, bei welchen Händlern Münzen am günstigsten zu bekommen sind. Allerdings dürften sich diese Aufgelder in den kommenden Wochen wieder abbauen, sollten die Prägeanstalten wieder zu einer geregelten Produktion übergehen. Dann sollte die Belieferung der Händler wieder besser funktionieren. Allerdings dürfte das Weltmarktangebot auf dem Goldmarkt aufgrund der Minenschließungen im laufenden Jahr unter dem Niveau des Vorjahres liegen. Das sollte jedoch nicht für ein nachhaltiges Defizit sorgen. Diese Zeiten zeigen, weshalb Gold ein wichtiger Bestandteil eines Depots sein sollte.