Der Spezialverpackungshersteller Gerresheimer kommt nicht zur Ruhe. Überraschend früh hat der Interims-CEO Uwe Röhrhoff "auf eigenen Wunsch" sein Mandat beendet. Ursprünglich war der Manager bis längstens Oktober 2026 als Vorstandsvorsitzender der Gerresheimer AG bestellt worden. Anleger reagieren verschnupft auf die Nachricht vom Montagabend.
Finanzvorstand Wolf Lehmann und Vorstandskollege Achim Schalk sollen nun bis auf Weiteres die Aufgaben des zurückgetretenen CEOs Röhrhoff übernehmen. Dem Managementteam sei es laut Gerresheimer gelungen, "das Unternehmen zu stabilisieren und wesentliche Themen umfassend aufzuarbeiten". Dazu gehöre der Ende Juli 2026 unterzeichnete Vertrag zum Verkauf der US-Tochter Centor und des globalen Primary Packaging Plastics-Geschäfts.
Durch die Veräußerung kann der Spezialverpackungshersteller seine Kapital- und Finanzierungsstruktur verbessern und zeitgleich den hohen Verschuldungsgrad senken.
„Nachdem Herr Röhrhoff gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen die komplexen Herausforderungen der vergangenen Monate erfolgreich bewältigt hat, hat er sich entschieden, sein Mandat als Interim-CEO einige Wochen vor Ablauf seiner Amtszeit zu beenden“, erklärt der Gerresheimer-Aufsichtsratsvorsitzende Axel Herberg. „Wir respektieren seine Entscheidung und danken ihm ausdrücklich für seinen sehr hohen Einsatz in den letzten Monaten, der seine Verbundenheit mit Gerresheimer widergespiegelt hat. Er hat in den letzten Monaten entscheidend dazu beigetragen, Gerresheimer wieder zukunftssicher aufzustellen.“
Dennoch hinterlässt der frühe Abgang, und das nur wenige Wochen vor dem Ablauf der Vertragszeit, eher ein Fragezeichen. Denn vor dem richtungsweisenden Centor-Verkauf hat Gerresheimer viel Vertrauen bei den Anlegern verspielt. Zahlreiche Managementwechsel gepaart mit einigen Gewinnwarnungen sorgten für einen Salami-Crash.
Auf der Handelsplattform Xetra verliert die Aktie heute knapp sechs Prozent an Wert.
Ein nachhaltiger charttechnischer Befreiungsschlag durch den Centor-Verkauf über die Marke von 30 Euro ist ausgeblieben. Der frühe Abgang von Röhrhoff sorgt nun erneut für etwas Verunsicherung. DER AKTIONÄR sieht derzeit Schott Pharma im Bereich der Spezialverpackungshersteller für die biopharmazeutische Industrie klar besser aufgestellt. Auf welches Produkt Anleger jetzt setzen sollten, erfahren Sie in der aktuellen AKTIONÄR-Ausgabe, die hier bequem als Download zur Verfügung steht.
Heute, 10:37
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