Anleger-Lieblinge im Check - was taugen sie?
28.06.2019 Maximilian Völkl

General Electric: Was ist hier eigentlich los?

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GE

Es ist ruhig geworden um General Electric. Über Monate stand die US-Industrieikone im Fokus der Anleger. Zunächst sorgte der radikale Kurssturz für Aufsehen, nach mehreren Wechseln im Management folgte dann unter dem aktuellen Chef Larry Culp der radikale Umbau – inklusive Trendwende an der Börse. Doch wie geht es jetzt weiter?

Aktuell befindet sich GE mitten im Umbau. Culp krempelt den Konzern von Grund auf um, zahlreiche Geschäftsfelder wie das Biopharma-Geschäft, die Baker-Hughes-Beteiligung oder Teile der Digitalsparte werden verkauft. Damit verschafft sich der Konzern Spielraum, um die angeschlagene Bilanz zu verbessern sowie den Cash Flow und die Krise in der Kraftwerksparte in den Griff zu bekommen.

Kampf mit den Altlasten

Doch die Seitwärtsbewegung an der Börse zeigt. Noch ist nicht restlos geklärt, ob die Fehler der Vergangenheit so kompensiert werden können. Denn eigentlich dürfte GE dank werthaltiger Assets wie der Luftfahrtsparte oder der Medizintechnik deutlich mehr wert sein als die derzeitige Marktkapitalisierung von 91 Milliarden Dollar.

Die Risiken bleiben aber hoch: Die Krise der Kraftwerksparte ist nicht temporär, in Zeiten der Energiewende sind große Turbinen schlicht nicht mehr gefragt. Das Cash-Flow-Problem ist noch immer nicht gelöst, GE verbrennt auch im laufenden Jahr viel Geld. Zudem könnten durch Altlasten weitere Abschreibungen beispielsweise beim ehemaligen Finanzarm GE Capital drohen. Darüber hinaus kämpft GE nach wie vor darum, das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen, dass durch die Bilanzschummeleien und den Absturz an der Börse verspielt wurde.

GE (WKN: 851144)

DER AKTIONÄR ist bei GE rechtzeitig von der Short- auf die Long-Seite gewechselt. Auf dem aktuellen Niveau überwiegen die Chancen nach wie vor die Risiken. Die aktuelle Seitwärtsbewegung ist nach dem deutlichen Anstieg zu Jahresbeginn nicht ungewöhnlich. Anleger können darauf setzen, dass zeitnah wieder der Weg nach oben eingeschlagen wird.