05.12.2018 Maximilian Völkl

General Electric: Droht jetzt sogar die Pleite?

-%
GE
Trendthema

Der Absturz der US-Börsen hat auch die Aktie von General Electric wieder nach unten gerissen. Am Dienstag hat die Industrie-Ikone ein neues Mehrjahrestief erreicht. Doch es ist nicht ausgeschlossen, dass die Talfahrt noch weitergeht. Aufgrund der lange Jahre dubiosen Bilanzpraktiken könnte GE im schlimmsten Fall sogar von der Bildfläche verschwinden.

„Bei GE geht es nicht mehr darum, den Aktienkurs zu pushen, sondern ums Überleben“, so ein Brancheninsider zuletzt im Manager Magazin. Neben den operativen Problemen ist einer der Hauptgründe für die Probleme die mangelhafte Bilanzierung in der Vergangenheit. Die ehemaligen Konzernchefs Jeffrey Immelt und auch John Flannery galten als Meister der kreativen Bilanzführung. So wurden unter anderem trotz operativer Probleme milliardenschwerer Goodwill bilanziert oder faule Aufträge im großen Stil aktiviert.

Doch das rächt sich nun. Der neue Konzernchef Larry Culp will mit die Bilanz aufräumen. Es zeigt sich jedoch mehr und mehr, dass das gar nicht so einfach ist. Wird tatsächlich sauber bilanziert, drohen weitere Abschreibungen in ungeahnter Höhe. Dann könnte jedoch die Zahlungsfähigkeit weiter in Frage gestellt werden. Abstufungen der Ratingagenturen könnten dann sogar dafür sorgen, dass die Ikone GE im Horrorszenario komplett die Segel streichen muss. Denn bereits jetzt müssen Vermögenswerte verkauft werden, um allen Verpflichtungen nachzukommen.

Short läuft noch

Eine Insolvenz von GE ist bislang schwer vorstellbar. Doch nachdem jahrelang alles schön geredet wurde, prasseln die Fehler der Vergangenheit nun immer stärker auf den Konzern ein. Wo dies letztlich hinführt, lässt sich schwer prognostizieren. Klar ist allerdings: Es überwiegen nach wie vor die Risiken bei der Aktie. Anleger bleiben deshalb im Short mit der WKN MF4CNU investiert. Der Schein liegt bereits 92 Prozent im Plus. Der Stopp wird zur Gewinnsicherung erneut nachgezogen – auf nun 11,00 Euro.