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10.12.2020 Thorsten Küfner

Gazprom: "Keine Zweifel"

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Trotz drohender neuer US-Sanktionen hat sich Russland optimistisch für die Fertigstellung der Ostseepipeline Nord Stream 2 gezeigt. "Ich habe keine Zweifel, dass Nord Stream 2 fertiggebaut wird", sagte Vize-Außenminister Sergej Rjabkow am Mittwoch der Agentur Interfax zufolge. Die im US-Verteidigungshaushalt vorgesehene Ausweitung der Strafmaßnahmen gegen das deutsch-russische Milliardenprojekt verfolge das Ziel, "das russische Gas vom Markt zu verdrängen und durch amerikanisches zu ersetzen", sagte Rjabkow.  

Das US-Repräsentantenhaus hatte am Dienstagabend (Ortszeit) dem Gesetzespaket zum Verteidigungshaushalt zugestimmt. Der Senat soll noch in dieser Woche abstimmen. Damit das Gesetz in Kraft tritt, muss Präsident Donald Trump es unterzeichnen.  

Noch im Dezember soll es weitergehen

Nach Angaben von OMV hat die Nord Stream 2 AG ihre Finanzinvestoren über den Weiterbau der vor einem Jahr gestoppten Ostseepipeline informiert. Er sei selbst darüber unterrichtet worden, dass die AG im Dezember ihre Arbeiten wieder aufnehmen werde, sagte OMV-Chef Rainer Seele am Mittwoch. Details über die Verlegeaktivitäten kenne er aber nicht, sagte Seele, der auch Präsident der deutsch-russischen Auslandshandelskammer (AHK) ist. Im Hafen von Sassnitz seien aber Rohre verladen worden, so dass eine Vorbereitung für deren Verlegung erkennbar sei.  

Seeradare hatten zeitweise mehrere russische Schiffe, darunter die auf die Verlegung von Rohren spezialisierte "Akademik Tscherski", an der Baustelle in der Ostsee gezeigt. Die Genehmigung vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) gilt nur noch für Dezember. Allerdings hat die Nord Stream 2 AG bereits eine neue Erlaubnis für den Weiterbau für 2021 beantragt. Das Unternehmen selbst äußerte sich nicht zu den Bauaktivitäten.  

"Fertigstellung ist von höchster Priorität"

Auch Oliver Hermes, Vorsitzender des Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft, forderte eine Fertigstellung der schon zu über 90 Prozent gebauten Gasleitung von Russland nach Deutschland. "Die Fertigstellung ist von höchster Priorität", sagte er. Zudem könne die Leitung künftig auch zu 70 Prozent mit Wasserstoff befüllt werden. Es sei jetzt an dem gewählten US-Präsidenten Joe Biden, das von der EU genehmigte Wirtschaftsvorhaben nicht weiter zu behindern. 

Gazprom (WKN: 903276)

Stopp nachziehen!

Die Chancen, dass Nord Stream 2 fertiggestellt werden kann, steigen weiter. Nichtsdestotrotz bleibt die mit einem 2021er-KGV von 5 und einem KBV von 0,3 sehr günstig bewertete Gazprom-Aktie nur für Anleger mit starken Nerven geeignet. Diese können nun den Stoppkurs auf 3,40 Euro nachziehen. 

Mit Material von dpa-AFX

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