10 Top-Aktien: Kaufen. Halten. Reich werden.
Foto: Börsenmedien AG
26.03.2014 Thorsten Küfner

Gazprom: Entscheidung im Mai

-%
DAX

Die Befürchtungen, dass sich Westeuropa angesichts zukünftig unabhängiger von Gazprom machen könnte, belasteten den Aktienkurs des russischen Gasriesen zuletzt deutlich. Im Mai könnte es allerdings zu einer Entscheidung kommen, die Europa als wichtigsten Absatzmarkt ablösen und die Weichen für weiterhin sprudelnde Gewinne für Gazprom stellen könnte.

Denn im Mai besucht Wladimir Putin China. Experten gehen davon aus, dass er sich darum bemühen wird, die zuletzt stockenden Verhandlungen zwischen Gazprom und China über einen 30-jährigen Liefervertrag zu einem Abschluss zu bringen. Denn im Januar endeten die Gespräche noch ergebnislos. Beide Seiten haben offenbar noch unterschiedliche Preisvorstellungen.

Abschluss für 2014 erwartet

Gazprom erhofft sich einen Preis von 400 Dollar pro 1.000 Kubikmeter. China will aber offenbar einen Kontrakt heraushandeln, bei dem es für russisches Erdgas etwas weniger zahlen muss als der europäische Durchschnittspreis von zuletzt 387 Dollar. Da die Preisvorstellungen Gazproms und Chinas beziehungsweise dessen staatlichen Energieriesen China National Petroleum nicht so weit auseinander liegen, sollte es nach Ansicht des Citigroup-Analysten Ronald Smith noch in diesem Jahr zu einer Einigung kommen. Der Aktie könnte dies erheblichen Rückenwind verleihen.

Mutige greifen zu

DER AKTIONÄR rät mutigen Anlegern mit einem langen Atem weiterhin zum Kauf der Gazprom-Aktie (Stopp: 3,70 Euro). Das Unternehmen ist hochprofitabel, die langfristigen Aussichten trotz aller politischen Risiken gut und die Bewertung (KGV 2,5; KBV 0,3 und eine Dividendenrendite von womöglich knapp zehn Prozent) extrem niedrig. Für konservative Anleger ist die Gazprom-Aktie hingegen nach wie vor ungeeignet.

Behandelte Werte

Name Wert Veränderung
Heute in %
DAX - Pkt.
Gazprom - €

Buchtipp: Modern Money Theory

Manche Ökonomen halten die Modern Money Theory (MMT) nicht nur für die Weiterentwicklung der Thesen von John Maynard Keynes, sondern auch für das richtige oder sogar einzige Rezept für erfolgreiche Finanzpolitik des 21. Jahrhunderts. Andere, wie etwa Paul Krugman, kritisieren sie scharf und warnen vor Hyperinflation. Kann man die Thesen der MMT mit „Mehr Staat, weniger Markt“ angemessen beschreiben? Haben die Ökonomen recht, die wollen, dass sich Geldpolitik an Beschäftigungszielen orientiert? Der passende theoretische Rahmen für Geldpolitik in unserer Zeit oder nur alter Wein in neuen Schläuchen – Kater garantiert? Wer mitreden will, der muss verstehen. Wer verstehen will, dem empfehlen wir diese Einführung ins Thema.
Modern Money Theory

Autoren: Wray, L. Randall
Seitenanzahl: 400
Erscheinungstermin: 06.10.2022
Format: Softcover
ISBN: 978-3-86470-852-7