LVMH-Rivale Kering hat am Dienstagmorgen seine Zahlen für das abgeschlossene Geschäftsjahr vorgelegt. Gucci steht zwar weiter unter Druck, doch der Umsatzrückgang im vierten Quartal fiel weniger stark aus als befürchtet. Die Anleger werten dies als erstes positives Signal: Die Aktie zieht vorbörslich deutlich an.
Im vierten Quartal sank der Umsatz um drei Prozent auf 3,9 Milliarden Euro und entwickelte sich damit besser als erwartet. Analysten hatten mit einem Minus von sechs Prozent gerechnet. Gucci verzeichnete einen Rückgang der Erlöse von zehn Prozent auf 1,6 Miliarden Euro, hier lagen die Erwartungen bei zwölf Prozent.
Schwaches Gesamtjahr
Im Gesamtjahr gab es, wie auch Chiara Battistini von JPMorgan betonte, aber keine positiven Überraschungen. Der Umsatz ging um 13 Prozent auf 14,7 Milliarden Euro zurück, der Nettogewinn brach um 56 Prozent auf 532 Millionen Euro ein. Das operative Ergebnis sank um 33 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro.
Gucci erlöste 19 Prozent weniger als im Vorjahr, Yves Saint Laurent büßte sechs Prozent ein. Positiver entwickelten sich Bottega Veneta sowie Kering Eyewear mit jeweils einem Umsatzplus von drei Prozent.
Spiegelt das „wahre Potenzial" nicht wider
James Grzinic von Jefferies schrieb, dass der Druck auf den Luxusgüterkonzern aufgrund widriger Verhältnisse zuletzt nachgelassen habe. Zudem habe sich die Lage in der Region Asien-Pazifik verbessert, während sie auf den westlichen Märkten gleich blieb.
CEO Luca de Meo, betonte, dass die Geschäftsentwicklung 2025 nicht das tatsächliche Potenzial des Unternehmens widerspiegele. Im zweiten Halbjahr habe Kering zentrale Maßnahmen umgesetzt, darunter eine Stärkung der Bilanz, Kostensenkungen sowie strategische Weichenstellungen für die Neuausrichtung des Konzerns.
Für 2026 kündigte de Meo ein „schlankeres und schnelleres Kering“ an. Ziel seien eine stärkere Markenpositionierung, steigende Umsätze, eine Verbesserung der Margen sowie eine höhere Cash-Generierung.
Das vierte Quartal markiert einen ersten Lichtblick in Kerings Turnaround-Story, doch der Weg zurück zu nachhaltigem Wachstum bleibt herausfordend. Trotz vorbörslicher Kursgewinne ist die Volatilität im Luxussegment, wie auch bei Branchenprimus LVMH, weiterhin hoch. Beide Aktien sind derzeit keine laufenden Empfehlungen. LVMH ist aber Teil des AKTIONÄR-Depots.
Hinweis auf Interessenkonflikte
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