Mehr Insights, mehr Chancen – mit DER AKTIONÄR Plus
Foto: Shutterstock
16.06.2020 Thorsten Küfner

Gazprom-Aktie: Es bleibt spannend

-%
Gazprom

Gazprom steuert auf einen weiteren Konflikt mit einem Geschäftspartner zu: So will der russische Energieriese ungeachtet der Entscheidung eines Schiedsgerichts an höheren Gaspreisen für den polnischen Gaskonzern PGNiG festhalten. Es gebe laut Gazprom hierfür genügend Gründe. Über die Streitfragen verhandeln beide Konzerne nun bereits seit drei Jahren.

Der polnische Konzern hatte zuvor mitgeteilt, dass Gazprom 1,5 Milliarden Dollar (1,33 Milliarden Euro) als Kompensation für überhöhte Gaspreise zurückzahlen wolle. Angaben zu der Rückzahlung machte der russische Energieriese zunächst aber nicht.

PGNiG zufolge haben beide Seiten einen Vertragszusatz unterzeichnet, der unter anderem die Details zur Rückzahlung der Summe bis zum 1. Juli vorsehe. Gazprom bekräftigte, gegen die Entscheidung des Schiedsgerichts der Stockholmer Handelskammer Berufung einzulegen. Ende März hatte Polen das Gerichtsverfahren gegen Gazprom gewonnen. Demnach muss der russische Monopolist die Preise für Polen rückwirkend ab November 2014 senken.

Der polnische Gaskonzern hatte das Schiedsgericht angerufen, weil der Preis für die Energielieferungen deutlich über Gazproms Tarifen für andere europäische Länder gelegen habe. In dem nun unterzeichneten Vertragszusatz werde der Gaspreis für künftige Lieferungen nach den Vorgaben des Schiedsgerichts geregelt, so PGNiG.

Gazprom (WKN: 903276)

Die Aktie von Gazprom wird immer auch ein Politikum bleiben. Dementsprechend bleibt die Dividendenperle ausnahmslos für mutige Anleger mit einem langen Atem geeignet. Diese können weiterhin dabeibleiben. das Investment sollte mit einem Stoppkurs bei 4,20 Euro abgesichert werden. 

Foto: Shutterstock

Mit Material von dpa-AFX

Behandelte Werte

Name Wert Veränderung
Heute in %
Gazprom - €

Buchtipp: Modern Money Theory

Manche Ökonomen halten die Modern Money Theory (MMT) nicht nur für die Weiterentwicklung der Thesen von John Maynard Keynes, sondern auch für das richtige oder sogar einzige Rezept für erfolgreiche Finanzpolitik des 21. Jahrhunderts. Andere, wie etwa Paul Krugman, kritisieren sie scharf und warnen vor Hyperinflation. Kann man die Thesen der MMT mit „Mehr Staat, weniger Markt“ angemessen beschreiben? Haben die Ökonomen recht, die wollen, dass sich Geldpolitik an Beschäftigungszielen orientiert? Der passende theoretische Rahmen für Geldpolitik in unserer Zeit oder nur alter Wein in neuen Schläuchen – Kater garantiert? Wer mitreden will, der muss verstehen. Wer verstehen will, dem empfehlen wir diese Einführung ins Thema.
Modern Money Theory

Autoren: Wray, L. Randall
Seitenanzahl: 400
Erscheinungstermin: 06.10.2022
Format: Softcover
ISBN: 978-3-86470-852-7